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Bibellese

Sonntag, 16. Januar, Psalm 143

In Ängsten gefangen

Ein frommer Mensch wendet sich im Gebet mit steigernden Bitten an Gott: Herr, erhöre mein Gebet, erhöre mich bald, errette mich. Wer so betet, ist in Ängsten wie gefangen. Was hat ihn, was hat sie so niedergeworfen? Nur so viel erfahren wir: Es sind die Gedanken an vergangene Zeiten, Geschehnisse, die die Seele dürsten lassen. Es bleibt nur die Bitte an den Ewigen, an den Herrn, um Rettung. Gibt es Rettung? Ja, so ist es: „Lehre mich tun nach deinem Wohlgefallen, dein guter Geist führe mich auf ebner Bahn.“ Wie jedoch passt die Schlussbitte um Vernichtung des Feindes dazu?

Montag, 17. Januar, Josua 3, 1–17

Die Einnahme des Landes

Hier beginnt wunderbar erzählt die Geschichte der Landnahme, der Eroberung Kanaans. Kunstvoll gestaltet in der Art einer Siegeserzählung werden bereits die Vorbereitungen beschrieben. Der Herr selbst setzt Josua als Nachfolger von Mose ein. Erinnerungen an den Durchzug durchs Rote Meer stellen sich ein: Das Volk geht trockenen Fußes durch den Jordan, so wie einst. Das Wasser steht am Ufer wie ein Wall, eine Wand, wie einst. Es ist also keine historische Abhandlung oder Darstellung. Ziel dieser Erzählung ist es, die Einnahme des Landes als Gottes Weisung zu beschreiben.

Dienstag, 18. Januar, Josua 4, 1–5, 1

Zeit eines großen Umbruchs

Geschichte wird gerne in Geschichten erzählt. Einem spannenden Drehbuch gleich wird hier beschrieben, wie die zwölf Stämme den Jordan überqueren. Der Thoraschrein, die Lade, ist dabei. Wunder geschehen, wie einst beim Auszug aus Ägypten. Von Anfang an wird die Eroberung beschrieben als Geschichte der göttlichen Fügung. Schauen wir mit historischem Blick in diese Zeit, so ist es die Zeit eines großen Umbruchs: Zwei große regionale Kulturen sind untergegangen. In diesem Machtvakuum kann sich die Eroberungserzählung entfalten. Aus dem Land Kanaan wird das Land Israel.

Mittwoch, 19. Januar, Josua 5, 13–15

Das Heilige Land

Josua ist mutig. Da steht plötzlich einer mit einem Schwert, und Josua kennt ihn nicht. Er geht hin und fragt nach: Bist du Freund oder Feind? Da gibt er sich zu erkennen als Mann Gottes. Die Situation erinnert an die Berufung von Moses am brennenden Dornbusch: Die Schuhe soll Josua ausziehen, denn der Ort, worauf er steht, der ist heilig. Das Heilige Land. Der mit dem Schwert, der Fürst über das Heer des Herrn, wie er sich vorstellt, bleibt sein Begleiter. Damals nannte Gott seinen Namen: Jahwe. Ich werde sein, der ich sein werde. Ist das auch der Name dessen mit dem Schwert?

Donnerstag, 20. Januar, Josua 6, 1–10

Siebenmal um die Stadt

Die Stadt Jericho soll erobert werden. Die liturgische Prozession für das militärische Vorgehen wird genau vorgegeben: Sieben Tage lang sollen sieben Priester ihre sieben Posaunen um die Stadt tragen. Am siebten Tag dann werden sie siebenmal um die Stadt ziehen und lassen ihre Posaunen erschallen. Eine gewaltige Inszenierung! Dazu das Kriegsgeschrei! In dem ­Spiritual „Joshua fit the battle of Jericho …“ ist der Kampfgeist aufgenommen. Der Schwerpunkt liegt auf der Eroberung. Die Lade des Herrn ist immer dabei. Und das sind nur die Ansagen für den Fall der Stadt Jericho.

Freitag, 21. Januar, Josua 6, 11–27

Der Schall der Posaunen

Und so geschieht es: Die Prozession der Priester mit ihren Posaunen kommt in Gang. Doch halt! Bevor die Stadt mit allem, was darin lebt, zerstört wird, muss noch Rahab, die Kluge, gerettet werden. Dann fallen die Stadtmauern unter dem Schall der Posaunen und dem Kriegsgeschrei zusammen. Alles, was lebt, sei es Mensch oder Tier, wird getötet. Die gebannten Gegenstände jedoch kommen zuvor ins Schatzlager. Die Stadt wird niedergebrannt bis auf die Grundmauern. Wer heute Jericho besucht, sieht von einem Schutthügel über mehrere Ausgrabungsschichten hinunter zu einem Brunnen.

Samstag, 22. Januar, Josua 7, 1–26

Die Größe Josuas

Dieses Kapitel liest sich wie ein fiktionaler Actionfilm mit der Ausgangsfrage: Warum lässt sich die Stadt Ai nicht erobern? Weil Israel sich versündigt hat. Einer von ihnen hat gebannte Gegenstände für sich behalten. Wer ist es? In einer Art Negativ-Auslese wird der Übeltäter herausgefunden und mit allem, was er hat, dem Feuer übergeben. So lässt sich der Herr besänftigen. Dieser Schluss wirkt sehr archaisch. Es ist ja keine Geschichtsschreibung, sondern eine Eroberungserzählung, die die Größe Josuas und die Sichtweise der Landnahme herausstellen soll. Gudrun Herzer

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