Sonntag, 17. Januar, Psalm 40

Gott liebt Gerechtigkeit

Am Anfang dieses Psalms steht ein Dank an Gott, der den Psalmbeter aus Schlamm und Schmutz errettete und seine Füße auf einen festen Grund stellte. Sodann folgt eine Lektion Kultkritik, die an den Propheten Amos erinnert: Gott will keine Schlachtopfer und Speiseopfer, sondern liebt Menschen, die sein Gesetz in ihrem Herzen tragen. Deshalb verkündet der Psalmsprecher Gerechtigkeit und die Wahrheit des Herrn. Am Ende wird wieder auf die Leiden verwiesen, in denen er sich offenbar befindet, und denen Gott ein Ende machen wird. Eine Beschimpfung der Feinde schließt den Psalm ab.

Montag, 18. Januar, Lukas 5, 33–39

Nicht die Zeit zum Fasten

Wieder wird Johannes der Täufer zum Thema, weil seine Jünger fasten, ebenso wie die Jünger der Pharisäer. Jesu Jünger dagegen fasten nicht, und das erscheint erklärungsbedürftig. Als Erklärung liefert Jesus Gleichnisreden, die sein Kommen als Heilsereignis deuten. So vergleicht er seine Zeit auf Erden mit einer Hochzeit, bei der die Gäste selbstverständlich nicht fasten. Wenn er nicht mehr unter ihnen sein werde, komme die Zeit des Fastens. Das zweite Gleichniswort vom neuen Wein, den man nicht in alte Schläuche füllen soll, hat sich bis in unsere Zeit als Sprichwort erhalten.

Dienstag, 19. Januar, Lukas 6, 1–5

Der Vergleich mit König David

Jesus provoziert die Pharisäer, indem er seine Jünger am Sabbat Ähren raufen, also mit den eigenen Händen Nahrung beschaffen lässt. Auf den Hinweis, dass dieses nicht erlaubt sei, verweist er auf das Beispiel des Königs David, der sogar Brote aus dem Tempel holte, die doch für den kultischen Gebrauch den Priestern vorbehalten waren, nur weil er und seine Gefolgsleute Hunger hatten. Der Hinweis, dass der Menschensohn Herr über den Sabbat sei, zeugt von Jesu messianischem Anspruch. Nur so ist der Vergleich mit David zu rechtfertigen.

Mittwoch, 20. Januar, Lukas 6, 6–11

Eine kontaktlose Heilung

Wieder ein Sabbat, und Jesus predigt in einer Synagoge. Die Pharisäer reagieren schon nicht mehr nur auf seine Provokationen, sondern versuchen nun ihrerseits Jesus zu provozieren, damit er eine Sabbatübertretung begeht. Da ist ein Mann mit einer verdorrten Hand: Wird Jesus ihn heilen und damit das Sabbatgebot übertreten? Natürlich heilt er ihn, aber „kontaktlos“, wie man heute sagen würde. Ist das auch verboten? Die Pharisäer kommen damit nicht klar und finden keine Antwort auf die Frage, ob man am Sabbat Gutes oder Böses tun solle.

Donnerstag, 21. Januar, Lukas 6, 12–16

Jünger werden zu Apostel

Dieser kurze Abschnitt ist typisch für das Lukasevangelium, denn hier wird bereits über Jesu Tod hinaus geplant für die Zukunft der Kirche, um deren Wachstum und Ausbreitung es dem Autor Lukas in seinem Evangelium und der Apostelgeschichte geht. Aus seinem Jüngerkreis, der offensichtlich sehr groß ist, wählt Jesus die zwölf Apostel aus, also einen engen Kreis, der später das Evangelium verkünden und so das Fundament für die Kirche bauen wird. Aber in diesem engen Kreis ist auch einer, Judas Iskariot nämlich, der später Jesus verraten wird. Ist dessen Berufung ein Irrtum? Nein, sie ist Teil des Heilsgeschehens!

Freitag, 22. Januar, Lukas 6, 17–26

Seligpreisungen und Wehklagen

Die bekannte Bergpredigt im Matthäusevangelium findet eine Entsprechung bei Lukas in einer Rede auf einem Feld, wo viele Menschen mit sehr unterschiedlichen Erwartungen sich um Jesus scharen. Jesus beginnt seine Rede mit Seligpreisungen, denen aber sofort „Weherufe“ folgen. Es ist das gleiche Motiv, das schon im Lobgesang der Maria angeklungen ist: Den Armen, den Hungernden, den Weinenden und den Verfolgten wird ein Zustand der zukünftigen Seligkeit zugesagt. Aber wehe den Reichen, den Lachenden und denjenigen, die jedem nach dem Mund reden. Ihr Schicksal ist gleich dem der falschen Propheten im Alten Testament.

Samstag, 23. Januar, Lukas 6, 27–35

Aufruf zur Feindesliebe

Das vielleicht schwerste Kapitel der christlichen Ethik ist der Aufruf zur Feindesliebe. Im Kern geht es darum, ungerechte Behandlung nicht zu vergelten, sondern an sich selbst geschehen zu lassen um einer höheren Moral willen. Auch die Sünder, so Jesus, lieben ihre Freunde. Aber Feinde zu lieben, Menschen, die einem selbst etwas zuleide getan haben, das ist eben ein Überschuss an Gutem, der Nachfolger Jesu auszeichnet. Solche Forderungen waren es, die in der christlichen Kirche eine enorme Wirkung entfalten sollten. Martin Schuck