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Bibellese

Sonntag, 22. Mai, Psalm 95

Ende offen

Wie Psalm 98 der letzten Woche gehört dieser Festpsalm zu den JHWH-Königspsalmen (Psalm 93–100). Dem Aufruf zum Lob des „Felsens unseres Heils“, dem Schöpfer der Welt und Israels, folgt eine mahnende Erinnerung an den Exodus. Da hatte das Volk gegen Gott gemurrt, ihn gar herausgefordert. 40 Jahre Wüstenwanderung, begleitet von Gottes Ekel, führten dazu, dass keiner der Auszugsgeneration mehr lebend ins gelobte Land zog. Ergo: Ein Widerruf des geschenkten Heils, voran des Landes, wegen gegenwärtigen, verstockten Handelns ist auch heuer nicht ausgeschlossen.

Montag, 23. Mai, Galater 2, 1–10

Gipfeltreffen

Vermutlich im Frühjahr 48 sucht Paulus in Jerusalem gegen seine Gegner den Schulterschluss mit Kephas (Petrus). Wie dieser, so Paulus, wurde auch er durch Jesus selbst berufen, weshalb er auch mit derselben Autorität lehre. Beim sogenannten Apostelkonvent (vergleiche Apostelgeschichte 15, 1–35) wird per Handschlag besiegelt, was bereits jahrelang gelebte Praxis ist: Die Jünger predigen den (bisher) jüdischen Gläubigen, Paulus bringt das Evangelium – ohne nachträgliche Beschneidung – allen anderen. Fest verabredet wird auch die Kollekte für die Armen in Jerusalem.

Dienstag, 24. Mai, Galater 2, 11–21

Gesetzlichkeit durch die Hintertür

Es mag Paulus gelegen gekommen sein, Petrus bei seinem Verhalten nach dem Mahl zu ertappen. Zu einer wahren Standpauke wird jetzt das Evangelium: Petrus stoße so nicht nur die Christus-Gläubigen vor den Kopf, er stelle sich gar aus falscher Rücksicht auf Jakobus und Co wieder unter das Gesetz! Er mache sich zum Sünder, wovon der Glaube an Jesus Christus doch gerade befreie. Denn: Würde das Gesetz noch gelten, wäre auch der Tod Christi umsonst, ja, Christus wäre gar selbst Diener der Sünde (Vers 17). Mit Christus gestorben, für das Gesetz tot zu sein, bedeute dagegen Gnade und Befreiung mit Christus als neuer Lebensmitte.

Mittwoch, 25. Mai, Galater 3, 1–14

Abrahams Erben

Jetzt spricht Paulus den Galatern ins Gewissen! „Unverständig“ nennt er sie, die doch eigentlich schon längst nach dem Evangelium gelebt haben. Plötzlich würden Sie wieder nach der Erfüllung des Gesetzes streben, gar nach der Beschneidung. Wo, so fragt er sie direkt, ist euer Glaube, den die Predigt doch geweckt hat? Ein Glaube wie bei Abraham, der auf Gott vertraut hat – Glauben heißt Vertrauen. So sehen wahre Erben Abrahams aus, das macht vor Gott (ge)recht. Falsch dagegen ist eine Haltung vor Gott, die versucht, das Gesetz zu erfüllen. Die stehen unter dem Fluch, auch, weil es nicht gelingen wird.

Donnerstag, 26. Mai, Psalm 68, 1–19

Gott siegt

Trotz motivischer Nähe zum nachexilischen Psalm 95 zählen Teile dieses Psalms zu den ältesten. Bilder und Sprache sind gewaltig, manches nur schwer zu übersetzen. Ein Präludium (Vers 2–4) erzählt vom sich zum Gericht erhebenden Gott, dem Ergehen von Feinden und Gerechten. In acht Strophen konzentrisch angelegt, sprechen die ersten vier vom Lob des höchsten Gottes, dem Helfer der Schutzlosen (Vers 5–7), seiner Erscheinung (Vers 8–11 vergleiche Richter 5, 4), seinem Sieg (Vers 12–15) und dem Lob des Gottesthrons Zion (Vers 16–19; Vers 19 wird in Epheser 4, 8–10 auf Christi Himmelfahrt gedeutet).

Freitag, 27. Mai, Galater 3, 15–18

Der wahre Nachkomme

Gottes Heilverheißung ist einst an Abraham ergangen, lange vor dem Gesetz. Paulus argumentiert, dass daher doch im Nachhinein nichts – wie bei einem einmal gemachten Testament – dazugetan werden muss oder weggenommen werden kann. Das Gesetz kann daher nicht notwendigerweise auch noch zur Teilhabe an dessen Verheißung erforderlich sein. Der Glaube an den einzig wahren Nachkommen Abrahams – Paulus identifiziert ihn als den Christus – gibt dieses Erbe also zuverlässig und vollgültig weiter!

Samstag, 28. Mai, Galater 3, 19–29

Gottes Kinder

Ehe Christus den Menschen offenbart wurde, hatte das Gesetz seine Aufgabe. Dazu war es Mose nach jüdischer Lehre von Engeln übergeben worden. Ein direkter Gotteskontakt wäre nicht vorstellbar gewesen, das hätte Gottes Heiligkeit infrage gestellt. Mose wiederum hat es dann den Menschen gebracht, damit es ihnen die Sünde aufzeigen könnte, bis diese durch Christus überwunden ist. Alle, die hineingetauft sind in diesen Glauben, sind aber vor Gott gleich, treten so (wieder) mit ihm in Gemeinschaft. Sie sind Gottes Kinder. Götz Geburek

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