Sonntag, 13. Juni, Psalm 13

Ruf aus der Bedrängnis

Es ist mehr als erlaubt, vor Gott zu klagen. Es ist erlaubt und vielleicht sogar geboten, Gott zu fragen und zu bitten. Irgendwann wird die Bedrängnis durch Feinde, die Sorge, die Angst zu groß. Dann ist es Zeit, Gott zu fragen: „Wie lange noch?“ Selbst wenn es nur eine rhetorische Frage ist. Der Psalmbeter ermutigt uns zu dieser Frage. Er ermutigt uns aber auch, mit ihm auf Gott zu vertrauen und uns schon jetzt auf seine Hilfe zu freuen, weil wir wissen: Gott hilft gern.

Montag, 14. Juni, Apostelgeschichte 9, 1–9

Saulus

Ob der Christenverfolger Saulus nach Damaskus geritten ist oder nicht, jedenfalls fällt er vor den Toren der Stadt vom hohen Ross. Er verfolgt aus seiner eigenwilligen und hochmütigen Sicht Jesu Anhänger und damit Jesus selbst. Und genau der begegnet ihm in einem blendenden Licht, das Saulus zu Boden wirft und ihn hilflos macht. Das Heft des Handelns ist ihm aus der Hand genommen. Jetzt muss er an der Hand genommen werden und eines seiner möglichen Opfer wird ihm sagen, was er weiter zu tun hat.

Dienstag, 15. Juni, Apostelgeschichte 9, 10–19a

Werkzeuge Gottes

Christus macht aus Feinden Freunde und aus Verfolgern Werkzeuge seiner Friedensherrschaft. Aus dem Christenverfolger Saulus macht er Paulus, den Apostel der Heiden, der die Botschaft weit über sein eigenes Volk hinaustragen und viel dabei zu leiden haben wird. Hananias, der zu Saulus’ möglichen Opfern zählte, nennt ihn jetzt Bruder. Er wird für ihn zur Erleuchtung, indem sein Handauflegen Saulus wieder sehend macht. Hananias zeigt ihm den Weg, wie Gott ihn an Leib und Seele heilen will. Dieser Weg ist die Verbindung zu Jesus Christus durch die Taufe.

Mittwoch, 16. Juni, Apostelgeschichte 9, 19b–31

Zweifel und Mordabsichten

Zweifel sind angebracht, oder? Wenn jemand so plötzlich und radikal seinen Standpunkt ändert. Wenn er genau das Gegenteil von dem behauptet, was er zuvor bis aufs Blut bekämpft hat. Wer kann ihm da trauen? Saulus stößt bei den Jesus-Gläubigen auf Skepsis. Die jüdischen Gegner der neuen „Sekte“ dagegen bedrohen ihn mit dem Tod. Aus dem Verfolger ist ein Verfolgter geworden. Zuerst muss er aus Damaskus und dann aus Jerusalem fliehen. Nachdem ihr Hauptverfolger in ihr eigenes Lager gewechselt ist, hat die Gemeinde erst einmal Ruhe und wächst weiter im ganzen Land. Klaus Zech

Donnerstag, 17. Juni, Apostelgeschichte 9, 32–43

Doppelpunkt

Mission braucht Wunder. Die Ausbreitung des Glaubens wird aufsehenerregend vorangetrieben. Petrus ist wunderwirksam unterwegs und bereist schon bestehende kleine Gemeinden. Dabei ist bemerkenswert, dass er sich nicht anmaßt, selber diese übermenschlichen Kräfte zu besitzen, sondern er betont, dass die heilsame Wirkung von Jesus ausgeht. Krankenheilung in besonders schwerem Fall und Totenauferweckung als größte anzunehmende Demonstration sind missionarische Erfolgsmeldungen. Sie setzen einen Doppelpunkt vor der großen Begegnung, die danach folgt.

Freitag, 18. Juni, Apostelgeschichte 10, 1–23

Kornelius

Es bahnt sich etwas an. Noch ist nicht klar, was kommt. Die Spannung steigt. Petrus und Kornelius wissen noch nicht, was anberaumt wird. Gott kann Menschen aufeinander zubewegen, ehe die es wissen. Er handelt schon mustergültig, wenn diejenigen, an denen er es tut, noch völlig ahnungslos sind. Kornelius weiß nicht, wozu er den unbekannten Petrus holen soll, und Petrus rätselt über den Sinn seiner Vision. Nicht unwichtig dürfte sein, dass es sich bei Kornelius geradezu um einen Modellathleten handelt: Er repräsentiert die römische Staatsmacht und ist ein frommer Mann.

Samstag, 19. Juni, Apostelgeschichte 10, 24–48

Schwellenangst und Überwindung

Petrus geht über seine Grenzen. Gott ist nämlich grenzenlos. Die Räume, mit denen sich Menschen voneinander abgrenzen, sind zu eng, als dass sie Gottes Wirken für sich einsperren könnten. Seine Liebe ist wie Gras und Ufer, wie Wind und Weite. Und so betritt Petrus Neuland und hält seine Stegreifpredigt: Jesu Wunderwirken, Kreuz und Auferstehung, Augenzeugenschaft der Apostel, österliche Mahlgemeinschaft – und jetzt neu: das universale Heilsangebot für jeden Menschen, der glaubt. Ludwig Burgdörfer