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Bibellese

Sonntag, 14. August, Psalm 53

Unschuldig verfolgt

Ein Gebet voller drängender und dringlicher Dramatik. Die Verse verweisen auf die Gattung der Gebete unschuldig Verfolgter. Wer von uns kennt nicht Lebenssituationen, in denen er das Gefühl hat, die ganze Welt habe sich gegen ihn verschworen. Wer es einmal erlebt und erlitten hat, weiß wie schwer verleumderische Nachrede wiegen kann, ja, wie karriere- und lebenszerstörend sie sich auswirken kann. Gut, wer in solcher Not sich voller Vertrauen mit solcher Inbrunst an Gott wenden und ihn anrufen kann.

Montag, 15. August, 1. Chronik 10, 1–14

Sauls Niederlage

In aller Drastik und Ausführlichkeit, die an „Anschaulichkeit“ nichts zu wünschen übrig lässt, wird die militärische und persönliche Niederlage König Sauls mit aller Deutlichkeit beschrieben. Sie gewährt auch Einblick in die barbarischen Abgründe militärischer Gepflogenheiten. Doch wichtiger ist die theologische Interpretation und Bewertung des Geschehenen. Die Niederlage wird als Folge des ungläubigen, ungehorsamen Treuebruchs bewertet. Somit entsteht mit diesem blutigen Schlusskapitel gleichsam eine dunkle Hintergundfolie für das bevorstehende Königtum Davids.

Dienstag, 16. August, 1. Chronik 11, 1–9

Eroberung Jerusalems

In einer recht knapp wirkenden Skizze wird nichts Geringeres beschrieben als die Eroberung Jerusalems. Es handelt sich gleichsam um den grundlegenden Gründungsmythos der Stadt mit zentraler auch heilsgeschichtlicher Bedeutung. Theologisch wichtig sind den Autoren die Feststellung und grundlegende Bewertung, dass das Geheimnis des Erfolgs einzig und allein darin besteht, dass der Herr der Heerscharen mit ihm, mit David, war! Davids Königsherrschaft und die Gründung Jerusalems als Köngisstadt sind ein Erweis der Herrschaft Gottes über Israel und der Fürsorge für sein Volk.

Mittwoch, 17. August, 1. Chronik 13, 1–14

Gericht oder Segen

Jerusalem war die Residenz Davids und die Hauptstadt von „ganz Israel“. Jetzt wollte David als Zeichen von Gottes Gegenwart die Bundeslade dorthin überführen. Wieder nutzen die Verfasser dieser Chronik die Gelegenheit, dramatisch den Lesern vor Augen zu stellen: Mit dem Gott Israels ist nicht zu spaßen. Der Gott Israels fordert Gehorsam. Ungehorsam auch im scheinbar Kleinen wird geahndet. Die Ermahnung lautet: Handeln gegen Gottes Wort fordert Gottes Gericht heraus; Leben im Gehorsam in Gottes Nähe ruft Gottes Segen herbei.

Donnerstag, 18. August, 1. Chronik 14, 1–17

Macht und Verheißung

Auch hier liegt das theologische Augenmerk der Verfasser der Chronik auf dem Wirken und dem Willen Gottes und nicht auf der taktisch-strategischen Erfahrung und Tüchtigkeit Davids. Entscheidend und einprägsam für die Leserschaft soll der Gehorsam gegenüber Gott sein: „Er tat, wie Gott es befohlen hatte!“ Die Verheißung aus dem 5. Buch Mose: „Wenn du der Stimme des Herrn, deines Gottes, gehorchen wirst … wird der Herr deine Feinde, die sich gegen dich erheben, vor dir schlagen.“ Die Macht und die Verheißung des Gottes Israels sollen auch den umliegenden Völkern nicht verborgen bleiben.

Freitag, 19. August, 1. Chronik 15, 1–16.25–29

Treue und Gegenwart

Der Bericht über den Einzug der Bundeslade als traditionelles anschauliches Zeichen der Nähe des begleitenden geschichtsmächtigen Gottes Israels wird in der vorliegenden Fassung für die Rückkehrer aus der babylonischen Gefangenschaft verfasst. Auch in dieser Überlieferung wird ausdrücklich betont, wie wichtig es ist, der Treue Gottes in treuer Beachtung seines Willens und seiner Vorschriften zu entsprechen. Die Treue Gottes und seine Gegenwart in der Bundeslade werden gespiegelt und begleitet durch den vielleicht unmittelbarsten Ausdruck innigster Freude: durch Musik, mit Instrumenten, Gesang und Tanz.

Samstag, 20. August, 1. Chronik 16, 1–22

Gestaltete Gemeinschaft

Die Aufstellung der Bundeslade gipfelt in zweierlei: Zum einen wird nicht nur gemeinsam Gottes Gegenwart gelobt in Gesang und mit Musik, sondern es wird auch Gemeinschaft stiftend gemeinsam feierlich und festlich gespeist. Die Gegenwart Gottes findet Resonanz in Lobpreis und gestalteter und gelebter sinnlicher Gemeinschaft. Zum anderen wird auch eine Ordnung eingesetzt, die den andauernden, ewigen Lobpreis initiieren und garantieren soll. Stefan Werdelis

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