Sonntag, 11. April, Psalm 116

Sich wie neugeboren fühlen

Der heutige Sonntag will uns an die Taufe erinnern und in Verbindung damit an Gottes Rettungstat an uns, indem der Tod die Macht verloren hat und einzig und allein die Sünde stirbt. „Wie ein neugeborenes Kind“ muss sich demgemäß auch der oder die Psalmbetende gefühlt haben: Gott hat aus Todesgefahr befreit! Gott greift ein, wo Menschenvermögen längst ans Ende gelangt ist. Die wie ein Stein vom Herzen fallende Antwort des Psalmbetenden wie auch des Getauften lautet einhellig: „Halleluja!“

Montag, 12. April, Kolosser 2, 1–7

Ein Gratisgeschenk mit Folgen

Die Gemeinde wird in ihrem Glauben gefestigt, der durch die Annahme Christi – dies impliziert auch und vor allem die Taufe – in die Tiefen der Liebe Gottes und seines guten Willens mit uns führt: Christus selbst schenkt sich uns als ein helles Licht, das aus aller Dunkelheit herausführt. Es wäre fatal, wenn man diesem Gottesgeschenk, in dem „alle Schätze der Weisheit und der Erkenntnis“ verpackt sind, den Stempel „Annahme verweigert“ aufdrückte! Damit dieses Geschenk brauchbar wird, zieht es Konsequenzen mit sich.

Dienstag, 13. April, Kolosser 2, 8–15

Haupt und Leib

Um zu ermutigen, bedient sich der Briefverfasser einer Salutogenese, die im Gegensatz zur Pathogenese das Entstehen von Gesundheit erklärt: Er zeigt den Kolossern (im Gegensatz zur Strategie im Galaterbrief), was sie mit den Gaben rechten Glaubens schon an Gutem und Seligmachenden empfangen haben; das spornt an, auf dem bisherigen Weg mit Christus als Haupt zu bleiben. Neben dem einheitlichen Leib der Gemeinde, die sich nach ihrem unübertrefflichen Haupt zu orientieren hat, kommen weitaus geringere dunkle Mächte, aber auch Schuld ins Spiel. Ziel ist es, nicht „den Kopf zu verlieren“.

Mittwoch, 14. April, Kolosser 2, 16–23

Alternativloser Fokus

Alle von fremden Mächten indoktrinierten Einzelgesetze sind Pipifax, eitle – wie Kohelet es nennen würde – Schatten gegenüber dem, was leibhaftig und wahr ist in Christus, der nicht einfach nur Zünglein an der Waage, sondern tat- und „glaubenssächlich“ das A und O in und über allem ist. Der Briefabsender hält konsequent am Bild des Gemeindeleibs in Ausrichtung auf sein Christushaupt fest – mit der Tendenz, die fleischlichen Gelüste des Leibs gegen die Ehrfurcht vor dem Haupt auszuspielen.

Donnerstag, 15. April, Kolosser 3, 1–4

Der Blick geht nach oben

Wer auf Christus schaut, schaut gleichzeitig in eine ganz andere, neue Welt – und weg von der irdischen Existenz mit all ihren Bedrängnissen und Anfeindungen. Wir sind schon Bürgerinnen und Bürger mit Anrecht auf den Himmel, wo Jesus „zur Rechten Gottes“ sitzt, wie uns auch das Glaubensbekenntnis zu beten lehrt. „Nun aufwärts, froh den Blick gewandt!“ Wie der Lieddichter des Gesangbuchs ermuntert, so betört der Briefschreiber. Wozu sich den Zwängen einer Welt beugen, von der man sich schon verabschiedet hat?

Freitag, 16. April, Kolosser 3, 5–11

Von Gott erwählt

Wie lebe ich, wenn ich „in Christus“ bin? Vor allem: Wie „begreife“ ich das, dass dies so ist? Den Kolossern fällt es schwer, sich von Gott erwählt, angenommen und geliebt zu wähnen. Es gilt, dem, was in dieser irdischen Welt mein Leben bestimmt – und gleichzeitig fesselt –, zu entsagen. Wie hässliche Kleider müssen die zerstörerischen Werte, die nur Unfrieden und Entzweiung zwischen den Menschen bringen, abgelegt werden. Der Epheserbrief würde hier das Bild der Finsternis heranziehen gegenüber dem „heilen“ Licht in Christus.

Samstag, 17. April, Kolosser 3, 12–17

Des Gotteskindes neue Kleider

„So zieht nun an als die Auserwählten Gottes, als die Heiligen und Geliebten, herzliches Erbaren, Freundlichkeit, Demut, Sanftmut, Geduld“ (Kolosser 3, 12). Auserwählt zu einem Königskind – wir Christen dürfen uns glücklich und selig schätzen, dass Gott für uns sorgt und wir gesegnet durchs Leben gehen. Für eine solch exponierte Stellung ziemt sich nur adäquate, also gottgewollte Kleidung; in dieser – und nur in dieser – zeigt sich die Gnade Christi, die uns geschenkt ist. Als erlöste Kinder Gottes gibt es für uns nur die Konsequenz, uns auch so gegenüber unseren Mitmenschen zu präsentieren. Christliches Outfit muss immer von der „Marke Christus“ gefertigt sein. Oliver Böß