Einführung in das Thema Brot – von Urd Rust

Die Geschichte erzählt den Bibeltext Lukas 9,10-17. Man sollte so viele Körbe mit Brotstückchen verstecken, dass wirklich alle genug haben und noch übrig bleibt. Die Jünger 1,2 und 3 können als Rollen verteilt werden oder durch Erzählfiguren dargestellt. Der Text ist in einer Art „Bibliolog“ mit Jugendlichen entstanden und die Sätze können natürlich angepasst und verändert werden, wenn die Kinder Spaß daran haben.

Erzähler: Jesus hatte seine Freunde und die ihm nachfolgen wollten übers Land geschickt. Sie sollten selber von Gottes neuer Welt erzählen und auch heil machen, was krank und gebrochen war. Und es schien ihnen vieles gut gelungen zu sein, denn sie waren aufgeregt und jeder wollte zuerst erzählen, was er erlebt hatte. Sie brauchten ihn jetzt ganz für sich allein. Er sollte ihnen zuhören – er sollte sie doch loben für ihre guten Leistungen. Jesus ging mit ihnen nach Betsaida.

Aber die Leute, die zu Jesus wollten, merkten das und sie zogen einfach hinterher. Sie ließen Jesus keine Ruhe – und er ließ es zu. Er redete mit ihnen. Er hörte ihnen zu. Er erzählte von Gottes neuer Welt. Und er machte heil und gut, was ihm an Elend gebracht wurde. Aber hatte Jesus nicht gemerkt, dass es bald dunkel würde? Und sie waren so weit weg von irgendwelchen Ortschaften oder Gehöften. Hier war ja eine richtige Wüste! Seine Jünger wurden unruhig.

Jünger 1: Erst mal wollte ich jetzt allein sein. Ich brauch' dringend eine Pause. Am liebsten wäre ich mit Jesus allein.

Jünger 2: Die Menschen sollen jetzt heimgehen und dankbar sein für das, was sie erlebt haben. Es reicht ja irgendwann einmal.

Jünger 3: Das nervt. Die haben doch gemerkt, dass wir mal für uns sein wollen. Warum können die uns nicht mal in Ruhe lassen.

Jünger 2: So viele Menschen! Und jetzt wird es dunkel. Und es sind junge und alte dabei. Die dunkle Nacht und die Wüste machen mir Angst.

Jünger 3: Wir haben ja selber noch keine Unterkunft für die Nacht. Wie sollen wir das für all die Menschen finden?

Erzähler: Und sie drängten sich zu Jesus und sagten: „Lass das Volk jetzt endlich gehen, damit sie in die Dörfer und Höfe ringsum gehen und sich Herberge und Essen suchen. Hier ist es ja einsam wie in einer Wüste.“

Jesus: Das ist eigentlich eine gute Idee, aber sie sehen nicht wirklich, was diese Menschen brauchen. Jetzt sind wir schon so lange beieinander. Sie müssten doch wissen, was ich ihnen zutraue und auch zumute.

Erzähler: Jesus aber sagte zu ihnen: Gebt ihr ihnendoch zu essen

Jünger 2: Ich bin schon den ganzen Tag unterwegs und ich hab kein Brot. Schon gar nicht für so viele.

Jünger 3: Also Brot habe ich ja, aber das reicht für mich gerade mal noch bis zur nächsten Stadt. Wenn ich das verteile, bleibt sowieso für jeden noch nicht mal ein Krümel übrig.

Jünger 1: Wie soll das gehen? Woher nehmen wir das Geld? Wo ist der nächste Bäcker? Und wie kommt das ganze Brot dann hier her?

Erzähler: Aber Jesus sagte zu seinen Jüngern: Lasst sie sich zu je fünfzig in Gruppen setzen.

Jünger 3: Damit ist das Problem aber nicht gelöst. Jetzt wissen wir nur, wieviel Leute es sind.

Jünger 1: Mist, jetzt bleiben sie ja doch da. Jetzt haben wir sie alle an der Backe.

Jünger 2: Tolles Wochenende!

Erzähler: Aber sie taten es und ließen alle sich setzen. Und Jesus nahm das Brot und sah auf zum Himmel und dankte Gott. Dann brach er es und gab es den Jüngern.

Jesus: Teilt es nun aus.

Jünger 1: Keine Ahnung, warum ich das jetzt mache. Aber bis jetzt hatte Jesus ja auch immer recht. Also probieren wir es mal.

Jünger 2: Ich will erst mal gucken, was passiert. Ich trau dem Braten nicht.

Jünger 3: Gewagt, gewagt! Mit Mathematik hat das nichts mehr zu tun.

Erzähler: Aber sie beginnen wirklich, das Brot zu verteilen. Sie gingen in die Menge – und plötzlich gab es überall Brot. (Brot verteilen an alle, es soll eine wirkliche Überraschung sein).

Jünger 3: Ich kapituliere. So was kann ich nicht erklären. Darüber wird man sich sicher noch Jahre lang wundern.

Jünger 1: Hab ich's doch gewusst. Es hat sich mal wieder gelohnt zu machen, was Jesus sagt.

Jünger 2: Unglaublich! Wie macht er das bloß? Schön, dass ich dabei sein konnte. Und ein bisschen habe ich ja auch noch mitgemacht.

Erzähler: Und sie aßen und wurden wirklich alle satt.

Lied: Kommt, sagt es allen weiter (EG 225)

Erzähler: Dann gingen die Jünger durch die Menge und sammelten in Körben die Brotreste ein. (Die Brotreste werden in den Körben gesammelt. Die drei Jünger wirken beim Einsammeln nachdenklich.)

Jünger 3: Theoretisch dürfte es ab heute keinen Hunger auf der Welt mehr geben.

Jünger 2: Das nächste Mal will ich mehr vertrauen. Egal wie abstrus es klingt, ich will gleich dabei sein.

Jünger 1: Was machen wir nur mit den ganzen Resten?

Jünger 3: Brot für die Welt! (Abgehen)

Bilder: Erzählfiguren zur Geschichte