Tauferinnerungsaktion „Wasserzeichen“

eine Idee von Pfarrer Thomas Volz, Frankfurt

1. Musikalisches Vorspiel
2. Begrüßung
3. LIED: MKL gelb „Alles muss klein beginnen“
4. Gedanken (am Brunnen): Ganz klein bist du auf die Welt gekommen / Was es braucht, damit Kleines groß wird
5. Lesung Markus 4,30-33 Gleichnis vom Senfkorn
6. LIED: 61+ „Wasser des Lebens“
7. Gedanken (am Brunnen) zu „Die Taufe – ein Wasserzeichen“
8. LIED: 60+ „Du bist du“
9. Aktion: Unsichtbare Worte / Sätze zur Taufe vorlesen / Was mit der Taufe als Wasserzeichen geschrieben ist, wird lesbar im Licht des Glaubens und der Liebe / Namen, Geburtstag und Taufdatum auf Karten schreiben
10. LIED: „Du, Gott, stützt mich...“ (mit „Tscha!-Erweiterung“ von Ursula Starke)
11. Tauferinnerungssegen im Kreis (um den Brunnen) (dazu leise Instrumentalmusik)
12. Die Taufkerzen der Tauferinnerungskinder werden angezündet
13. Gemeinsames Tauferinnerungsfoto
14. Fürbitten mit LIED: 45+ „Höre unser Rufen“ (Orgel)
15. Vater unser
16. Abkündigungen
17. LIED: „Von Gottes Engeln behütet sei dein Leben“
18. Segen: 206+
19. Musikalisches Nachspiel
20. Kollekte am Ausgang

Vorbereitetes Material: Brunnen, blaues Tuch (z.B. aus Palletsamt, Verlängerungsschnur, Blaulicht-Stifte, Karten mit Sätzen/Worten in unsichtbarer Schrift in einem Körbchen, Körbchen mit UV-Licht-Stiften, kleine Schöpfkelle für Tauferinnerungswasser aus dem Brunnen, evtl. Filzstifte und dazu ggfs. Klemmbretter als Schreibunterlagen

Grundidee: Die Taufe ist ein Wasserzeichen, ein Zeichen mit Wasser. Sichtbar wird das im Licht Gottes, im Licht des Glaubens und der Liebe. Sinnenfällig dargestellt mit guten Worten/Sätzen, die bereits mit unsichtbarer Tinte auf vorbereitete Kärtchen geschrieben sind. Mit einer kleinen UV-Licht-LED Leuchte werden sie lesbar. Alle Tauferinnerungskinder bekommen einen entsprechenden Stift, um im Gottesdienst die „Geheimschrift“ zu lesen; dieser Stift ist gleichzeitig das Mitgebsel („Erinnerli“).

Ein Gottesdienst aus der Mitte: In der Mitte steht ein Zimmerbrunnen etwas erhöht auf einem blauen Tuch, daneben stehen die Taufschale und eine Kerze. Die Tauferinnerungskinder stellen ihre mitgebrachten Taufkerzen um den Brunnen herum auf.

Mögliche Bezugsquellen für das Material:

Brunnen: https://smile.amazon.de/gp/product/B01FMTAHUG/ref=ppx_yo_dt_b_search_asin_title?ie=UTF8&psc=1

Stifte: https://smile.amazon.de/gp/product/B07KB2RX5S/ref=ppx_yo_dt_b_search_asin_title?ie=UTF8&psc=1

Ideen für Worte / Sätze zur Taufe in „Geheimschrift“:

du bist getragen
du bist geborgen
du bist nicht allein
Gott ist mit dir
du bist ein Wunder Gottes
du bist ein Kind Gottes
du bist geliebt
du bist ein Segen
du bist wunderbar
du bist einzigartig
Gottes Engel geht mit dir
du bist beschützt
du sollst leben
du darfst lachen
dein Leben soll gelingen
du sollst glücklich sein
ein guter Anfang für dein Leben
du bist du

2. Begrüßung

Herzlich willkommen Große und Kleine zur Tauferinnerung hier in unserer Kirche!

Ein Brunnen und eine Taufschale in unserer Mitte, und viele Taufkerzen. Gott ist mit dabei in unserem Kreis, so wie an jedem Tag unseres Lebens.

Aus dem Wasser kommt unser Leben – als Babys im Mutterleib, als Kinder mit Wasser getauft. Da kommt ihr her, ihr Kinder der Liebe: von euren Eltern und von Gott – Kinder der Liebe, geliebte Kinder Gottes, geliebte Menschenkinder.

Dass ihr das seid, dass wir das sind, daran erinnern wir euch, daran erinnern wir uns heute. Lasst euch überraschen: sogar auf etwas geheimnisvolle Weise.

(Wenn eine Fürbitte für Verstorbene ist, dann kündigen wir sie bei uns so an: „Von Gott kommt alles Leben, zu Gott kehrt alles Leben zurück. Darum nehmen wir heute in unsere Fürbitte auf...“)

In Gottes Namen feiern wir diesen Gottesdienst:
Quelle des Lebens – Grund der Vergebung – Kraft der Liebe.
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Amen.

4. Gedanken (am Brunnen): Ganz klein bist du auf die Welt gekommen / Was es braucht, damit Kleines groß wird

Die folgenden kursiven Sätze stammen aus einem Buch/Materialheft zur Taufe, ca. 20 Jahre alt, wo ich sie einmal abgeschrieben habe. Leider weiß ich nicht mehr, welche Publikation das war.

Ganz klein sind wir auf die Welt gekommen.
Als Baby haben wir viel geschlafen,
und geschrien, wenn wir Hunger hatten.
Aus dem Kinderwagen haben wir das erste Mal die Sonne gesehen, den Himmel und die Wolken, und den Mond.

Wir haben gelernt, das Gesicht der Eltern zu unterscheidenvon anderen Gesichtern.Immer wieder haben sie uns freundlich angelacht.Eines Tages haben wir ihr Lächeln erwidert.Wir haben uns wohl gefühlt.Wir waren in guten Händen,denn unsere Eltern haben gut auf uns achtgeben.Wir waren so geborgen, so muss es im Himmel sein.Wir haben gelernt, vom Löffel zu essenund uns umzudrehen vom Bauch auf den Rücken.Wir haben uns hochgezogen an den Stäben des Bettchensund dann standen wir auf unseren eigenen Beinen.

Wir haben laufen gelernt,
erst an der Hand, dann ganz allein.
Wir können schnell rennen und auf einem Bein hüpfen.
Wir können balancieren.
Schritt für Schritt entdecken wir Neues um uns herum.
Manchmal sind wir schüchtern,
aber meistens sind wir mutig.
Wir können einschätzen, wann wir vorsichtig sein müssen.
Und wir können wild und ausgelassen sein,
denn wir sind getragen vom Vertrauen ins Leben.

So viele Möglichkeiten liegen vor uns.Wir wachsen und wachsenÄußerlich – und innerlichWie der Baum aus dem kleinen Samenkorn Und wie der Baum das Wasser braucht um zu wachsenund die Erde, aus denen die Wurzeln Kraft ziehenso brauchen wir MenschenkinderEssen und TrinkenErmutigung und StärkungFreundschaft und Liebeund Gottes Segen.

Das Wasser des Lebens
und die Worte des Himmels,
die sich verbinden in der Taufe
und uns sagen:
Du bist ein Kind der Liebe,
das Kind der Liebe deiner Eltern
und das Kind der Liebe Gottes.

5. Lesung Markus 4,30-33 Gleichnis vom Senfkorn

(Übersetzung: Basisbibel)

Lesung aus dem Evangelium von Markus, aus dem 4. Kapitel:

Das Gleichnis vom Senfkorn

30 Und Jesus fragte:
»Womit sollen wir das neue Leben, das Gott schenkt, vergleichen?
Mit welchem Gleichnis können wir es darstellen?

31 Das neue Leben, das Gott schenkt, gleicht einem Senfkorn.
Wenn es in die Erde gesät wird,
ist es das kleinste von allen Körnern,
die ausgesät werden.

32 Aber wenn es ausgesät ist,
geht es auf
und wird größer als alle Sträucher.
Es bringt so große Zweige hervor,
dass die Vögel des Himmels
in seinem Schatten ihr Nest bauen können.«

33 In vielen solchen Gleichnissen
verkündete Jesus seine Botschaft,
damit die Menschen sie verstehen konnten.

7. Gedanken (am Brunnen) zu „Die Taufe – ein Wasserzeichen“

Die Taufe ist ein Zeichen, ein Zeichen mit Wasser, ein Wasserzeichen.

Ein gutes Blatt Papier hat ein Wasserzeichen. Man kann es sehen, wenn man es gegen das Licht hält.

Auf ein Blatt Papier kann viel geschrieben oder gemalt werden: Gescheites und Dummes, Böses und Gutes, Wichtiges und Nebensächliches.

Auf einem Blatt Papier kann durchgestrichen werden, radiert, neu geschrieben. Ein Blatt Papier kann irgendwann sehr schön aussehen oder ziemlich chaotisch.

Was nicht zerstört werden kann, außer man vernichtet das Blatt Papier selbst, ist das Wasserzeichen in dem Papier.

Es ist wie mit der Taufe: Normalerweise sehen wir das Wasserzeichen nicht. Wir sehen es, wenn wir das Papier gegen das Licht halten.

Das Wasserzeichen sagt, wer das Papier gemacht hat, wo es herkommt, wie es geprägt ist.

So ist das auch mit uns Menschenkindern

Am Anfang des Lebens ist jeder Mensch noch ein unbeschriebenes Blatt. Im Laufe des Lebens werden wir von anderen geprägt und beeinflusst, so wie ein Papier bemalt oder beschrieben wird.

Durch Eltern, Patinnen und Paten, Großeltern, Freundinnen und Freunde, Lehrerinnen und Lehrer usw.

Manches von dem, womit wir beschrieben sind, passt nicht zu uns. Wir radieren es aus, wenn wir können, wir streichen es weg.

Manches unterstreichen wir, manches schreiben wir weiter, auf manches sind wir stolz und sagen: Schaut mal her, so bin ich, das kann ich, ist das nicht toll?

Es gehört viel Geduld dazu, das zu sortieren, das, was uns die Eltern ans Herz gelegt haben, das, was die Lehrerinnen und Lehrer uns beigebracht haben, das, was die anderen so sagen zu uns und über uns.

Das prägt uns und bestimmt unser Leben mit.

Aber unter allem, was uns prägt und bestimmt ist das Wasserzeichen der Taufe.

Das Wasserzeichen der Taufe sagt mir:

ich gehöre Gott und mir selbst, niemandem sonst. Gott hat mich geschaffen, Gott nimmt mich an, Gott ruft mich bei meinem Namen. Ich bin in Gottes guten Händen.

Niemand kann das ändern, niemand kann das ausradieren. Das Zeichen der Taufe bleibt stehen und sagt mir:

„Du bist du! Du bist ein Gedanke Gottes, ein genialer noch dazu!“

9. Aktion: Unsichtbare Worte / Sätze zur Taufe vorlesen / Was mit der Taufe als Wasserzeichen geschrieben ist, wird lesbar im Licht des Glaubens und der Liebe / Namen, Geburtstag und Taufdatum auf Karten schreiben

Das Wasserzeichen der Taufe, die guten Worte, die zu dir für dein Leben gesagt sind – man kann sie nicht so einfach sehen. Meistens sind sie unsichtbar.

Das Wasserzeichen in einem Blatt Papier kannst du nur sehen, wenn du es gegen das Licht hältst. Oder wenn du mit unsichtbarer Tinte auf ein Blatt Papier schreibst oder malst – was du geschrieben oder gemalt hast, das wird erst dann sichtbar, wenn du es mit dem passenden Licht beleuchtest.

So ähnlich ist das mit der Taufe: Im Licht des Glaubens und der Liebe kannst du sehen, was dieses Wasserzeichen Taufe bedeutet, kannst du die guten Worte und Gedanken lesen und sie in deinem Leben entdecken.

Wenn du solche guten Worte und Gedanken für dich jetzt entdecken willst, dann nimm dir eine Karte hier aus diesem Körbchen...

(Das Körbchen mit den vorbereiteten Karten wird herumgegeben oder die Kinder kommen in die Mitte und holen sich eine Karte.)

So ähnlich wie mit dieser Karte ist es, wenn du getauft bist: Da sieht man erst mal nichts! Aber schau mal, was passiert, wenn du mit einem ganz besonderen Licht auf die Karte leuchtest. Einem Licht wie in diesem Stift hier...

(Das Körbchen mit den UV-LED-Stiften wird herumgegeben, die Kinder probieren und entdecken, was jeweils auf ihrer Karte steht, schauen vielleicht gemeinsam mit ihrer Familie und ihren Freund*innen...)

Mag jemand vorlesen, was auf seiner, ihrer Karte steht, so dass wir es auch hören können? Dann komm doch hier zum Mikrofon, gerne zusammen mit deiner Mama, deinem Papa...

(Ein Mikrofon steht bereit oder wird herumgegeben.)

Anschließend können auch noch Filzstifte ausgeteilt werden, damit alle ihre Vor- und Nachnamen und ihren Geburtstag auf die Karte schreiben können. Zu Hause können dann noch der Taufspruch und das Taufdatum ergänzt werden. Klemmbretter aus Pappe sind hilfreich. Filzstifte und Klemmbretter werden danach wieder eingesammelt.

11. Tauferinnerungssegen im Kreis (um den Brunnen) (dazu leise Instrumentalmusik)

Die Tauferinnerungskinder und ihre Familien werden eingeladen, sich in einem großen Kreis rund um die Mitte zu stellen. Die Kinder stehen vorne, Eltern und Pat*innen werden eingeladen, „hinter ihren Kindern zu stehen“ (im doppelten Wortsinn) und sie das auch spüren zu lassen, indem sie ihnen z.B. behutsam eine Hand auf die Schulter legen.

Getauft wird mit frischem, fließenden Wasser. Früher haben die Menschen dafür einen Bach oder einen Fluss benutzt. Heute nehmen wir gutes Trinkwasser, das vorher aus dem Wasserhahn geflossen ist.

Hier in unserem Tauferinnerungsbrunnen fließt das Wasser, bewegt von einer Pumpe. Von diesem Wasser schöpfe ich jetzt etwas in unsere Taufschale.

Die/der Liturg*in geht dann gemeinsam einer/einem Mitarbeiter*in, die/der die Taufschale trägt, von Kind zu Kind und segnet die Kinder, z.B., indem er mit Wasser ein Kreuzzeichen auf die Hand zeichnet und dazu z.B. sagt: „Gott segnet dich – Gott behütet dich“. (Ich sage vorher an, was ich tun möchte und sage auch, dass auch ein/e Erwachsene*r anstelle des Kindes sich dieses Zeichen geben lassen kann.)

14. Fürbitten mit LIED: 45+ „Höre unser Rufen“

1

Guter Gott,
wir sind getauft, wir sind geliebt, gerade so wie wir sind.
Danke, dass wir getragen sind und in guter Begleitung.
Danke für unsere Eltern, unsere Großeltern, unsere Patinnen und Paten.
Danke für Freundinnen und Freunde und für gute Gemeinschaft.

Zu dir, Gott, rufen wir: (Höre, höre, höre unser Rufen, Gott...)

2

Gott,
du siehst, wie die Menschen in dieser Welt sich streiten und bekriegen, wie ein Menschenleben nichts zählt, das du geschaffen hast.Lass die Menschen erkennen, dass ihre Probleme nicht mit Gewalt und
Krieg zu lösen sind.
Zu dir, Gott, rufen wir: (Höre, höre, höre unser Rufen, Gott...)

3

Guter Gott,
vielen Kindern auf dieser Welt geht es nicht gut. Sie hungern, sie sterben an Krankheiten, die oft heilbar sind. Sie werden als billige Arbeitskräfte oder Kindersoldaten missbraucht. Und immer wieder reagieren Erwachsene ihre Wut an ihnen ab.
Wir bitten dich, bewege die Herzen von Erwachsenen, Kinder mehr zu achten, ihnen zu helfen, ihnen ihr Lebensglück zu gönnen und zu verschaffen, denn die Kinder sind unsere Gegenwart und Zukunft.
Zu dir, Gott, rufen wir: (Höre, höre, höre unser Rufen, Gott...)

(Fürbitte für Verstorbene)

Stilles Gebet – Vater unser

Mit ultraviolettem Licht, UV-Licht genannt, kannst du geheime Botschaften sichtbar machen. Diese musst du mit speziellen Stiften schreiben. Sie haben immer auch gleich eine UV-Lampe zum Entschlüsseln dabei. Hier findet Ihr UV-Stifte:

Ulifeme Geheimstift, unter anderem bei Amazon

Die Drei Fragezeichen UV Lichtcode, KOSMOS-Verlag, unter anderem bei Thalia oder bei Spiele-Cosmos Speyer

Geheimcode-Stift mit Kamera (UV-Licht), Moses-Verlag, www.moses-verlag.de