Mit Sicherheit das Eintreffen von Ereignissen vorherzusagen, gehört in den Bereich des Aberglaubens, so formulierte es einst Kirchenlehrer Thomas von Aquin. Origenes, einflussreicher Theologe der griechischen Kirche, war sich im 2. Jahrhundert nach Christus sicher: „Die Sterne wirken zwar nicht selbst, aber sie verkünden den Willen Gottes.“ Als einer der ersten antiken Philosophen widmete er sich der Suche nach konkreten Möglichkeiten, welche Himmelserscheinung Anlass für die Schilderungen im Matthäusevangelium gewesen sein könnten.

Letztlich suchten die drei Weisen nach einem Stern und fanden ein Kind. Die Engel wiederum führten die Hirten zum Stall. Das Übersinnliche, über die eigene irdische Existenz hinausgehende führt die Menschen zum Geburtsort Jesu.

Die Astrologie wird durch die gesamte christliche Geschichte sehr unterschiedlich bewertet. Papst Leo X. ließ sogar einen Lehrstuhl für Astrologie einrichten. Umgekehrt wurde die Astrologie als heidnischer Glaube bekämpft, solange Astrologen Voraussagen für einzelne Menschen betrieben.

Letztlich kann festgehalten werden. Wir als Menschen sind genauso wie die abermillionen Sterne in abermillionen Galaxien Teil der Schöpfung Gottes. Wenn es uns also tröstlich erscheint, dass unser Leben ein kleiner Teil eines unendlich großen Ganzen ist, in dem wir das, was uns passiert, nicht immer verstehen müssen, warum sollte dann nicht der Blick in den Sternenhimmel helfen.

Immer schon hätten sich Menschen gefragt, was besondere Himmelserscheinungen wie etwas Kometen für unser Leben bedeuteten, sagt Pfarrer Gernot Meier, Studienleiter für Wissenschaft, Kultur, Medien und Weltanschauungen in der badischen Landeskirche. Allerdings seien diese Himmelserscheinungen immer etwas Gottgemachtes. Problematisch werde es dann, wenn ich den Sternen eine eigene Handlungsmacht zugestehe, wenn ich mich als Mensch nur noch danach richte. Natürlich hätten Gestirne mehr oder weniger messbar Auswirkungen auf das Irdische. Ein gutes Beispiel sei der Mond. Allerdings sei die Handlung hier nicht das Gestirn selbst, sondern die Physik, die Wirke, etwa die Schwerkraft, die die Gezeiten verursache. Dieses Wissen bedeute nicht, den Sternen ihre Faszination zu nehmen. Das merke jeder, der an einem Ort ohne künstliches Streulicht bei klarer Sicht den nächtlichen Himmel betrachte. Die unendliche Zahl der Sterne mache die Großartigkeit und Schönheit der Schöpfung bewusst. Und das Wissen, genauso wie die Sterne Teil des großen Kosmos zu sein, aufgehoben bei Gott, könne durchaus tröstlich sein.

Das alles bedeute nicht, dass es falsch sei, ein Horoskop zu lesen in einer Zeitschrift. Klar sollte sein, dass diese maschinell erstellt werden. Es sollte als Unterhaltung aufgefasst werden - ohne Zweck. "ich kann es lesen – ich kann es aber auch lassen."