Das Monster unter dem Bett, das Gespenst im Kleiderschrank, die Hexe auf dem Dachboden, der gruselige Schatten an der Garderobe und ein unheimliches Geräusch…

Ab dem dritten Lebensjahr bis ins Vorschulalter hinein erleben Kindern eine "magischen Phase" (das eine Kind mehr, das andere weniger), in der sie eine ungeheure Vorstellungskraft entwickeln können und Monster, Riesen, Gespenster und Fantasiefreunde für das Kind real werden. Die Grenzen zwischen Realität und Fantasie sind für ein Kind im Kita- Alter fließend. Was es sich vorstellt, ist Wirklichkeit, und Träume sind tatsächlich passiert. Die Angst vor Monstern oder andern bösen Wesen ist daher für Kinder absolut real. Besonders beim Schlafengehen oder beim Aufwachen in der Nacht kann das ganz schön Angst machen.

Was können wir tun, wenn sich das Monster unter dem Bett bemerkbar macht?

Für das Kind steht außer Frage: das Monster ist real und wirklich unter dem Bett. Es als Unsinn abzutun à la „Es gibt doch garkeine Monster!“ ist keine hilfreiche Unterstützung für das Kind, denn das Monster unter dem Bett gibt es wirklich! Die Angst lässt sich auch nicht wegreden („Du brauchst doch keine Angst zu haben!“), denn sie ist einfach da und es ist in Ordnung, Angst zu haben!

Daher möchte ich sie einladen zur Reise ins Land der Fantasie! Lassen Sie Ihr Kind erzählen, wie das Monster aussieht, welche Pläne es hat, warum es gerade bei Ihnen eingezogen ist, was es tagsüber gerne macht, …. So finden Sie auch heraus, wovor sich Ihr Kind fürchtet. Versuchen Sie, gemeinsam herauszufinden, wie man das Monster am besten besänftigen kann. Kinder haben bei diesen irrationalen Ängsten oft selbst die besten Ideen, wie man gegen die Gruselwesen vorgehen kann. Im Gespräch nehmen Sie Ihr Kind mit seinen Sorgen ernst und sind ein verlässlicher Partner an seiner Seite- in der Fantasiewelt genau wie in der Realität. Sie gehen gemeinsam auf Monsterjagd! Und ihrer gemeinsamen Monster- Besieg- Strategie sind keine Grenzen gesetzt, manche Monster mögen keinen Rosenduft, andere können durch magisches Spray besänftigt werden, ein Schutztier neben dem Kopfkissen vertreibt alle Gruselwesen und es soll auch schon Monster gegeben haben, die mit Hilfe von Keksen zu echten Freunden geworden sind….

Im Hinterkopf sollten sie wissen:

  • Fast alle kleinen Kinder haben Angst vor der Dunkelheit. Diese Ängste sind zwar irrational, aber Teil der normalen kindlichen Entwicklung.

  • Angst gehört zum Leben und zur kindlichen/ menschlichen Entwicklung dazu, denn Angst schützt uns vor zu großen Risiken.

  • Im Umgang mit Monstern kann das Kind lernen, wie es mit Ängsten umgehen kann – ein Übungsfeld fürs Leben. Angst auch überwinden zu können ist ein wichtiger Lernprozess.

  • Im Gespräch können wir den Kindern Mut machen: Du bist stark! Du schaffst das!

  • Beim Entwickeln einer Strategie zur Monsterbekämpfung lernen Kinder, dass sie selbst etwas gegen die Angst tun können (Selbstwirksamkeit).

Schwierig wird es, wenn die Angst überhandnimmt, dann ist professioneller Rat gefragt. Aber die harmloseren, kurzzeitig auftretenden Monster können Ihre Kinder mit Ihrer Unterstützung besiegen.

Anke Höhn, Fachberatung für Religionspädagogik im Referat Kindertagesstätten im Diakonischen Werk Pfalz

Zum Weiterlesen:

https://www.familie.de/kind/angst-im-dunkeln-509489.html

https://www.eltern.de/kleinkind/entwicklung/tipps-gegen-kinderaengste.html

https://www.kindergesundheit-info.de/themen/schlafen/schlafprobleme/naechtliche-aengste/