Georgina Derrant betreibt in Enkenbach-Alsenborn seit mehr als zehn Jahren einen Tierwaldfriedhof

Georgina Derrant betreibt in Enkenbach-Alsenborn einen Tierwaldfriedhof. Mehr als 300 Gräber gibt es hier – vor allem Hunde und Katzen, aber auch Tiere wie Schildkröte Joe Joe, mit ihren fast 50 Jahren wohl einer der ältesten „Friedhofsbewohner“.

Derrant hatte lange Sekretärin gearbeitet, aber irgendwann gemerkt, dass sie etwas anderes machen will. „Ich suchte mehr direkten Kontakt zu Menschen haben“, sagt Derrant. Zwei- bis dreimal die Woche schaut Derrant, die mit ihrer Entscheidung glücklich ist, jetzt im Sommer auf dem Friedhof nach dem rechten, im Winter seltener.

Wenn sie zu den Menschen kommt, die ein Tier verloren haben, versucht sie, den Angehörigen die Zeit zu geben, sich zu verabschieden. Sie macht auf Wunsch Fotos von einer Pfote des Tiers - mit Blumen oder zusammen mit der Hand des Tierhalters. Einmal wurde die gebürtige Zweibrückerin angerufen, um eine neun Jahre alte Katze abzuholen. Die zwei Kinder, einen fünfjährigen Junge und dreijähriges Mädchen, machte sie klar, dass die Katze mitnichten schlafe, die Kinder das Tier aber ruhig anfassen könnten.

„Wenn man nur Tiere liebt, sollte man das nicht machen“, sagt Derrant. „Man muss auch gut mit Menschen können.“ Ganze Kindergartengruppen besuchen Derrant mitunter, wenn es um das Thema Tod geht. Häufig wird bei den Beerdigungen über das gesprochen, was die menschen mit dem Tier erlebt haben, manchmal hört sie auch ein Gebet. Bei der Beerdigung eines Häschens war sogar mal ein Pfarrer dabei. Sie denke schon, dass die meisten, die ihr Tier hier beerdigen, durchaus gläubig seien, sagt Derrant. Oder zumindest ein Leben nach dem Tod für möglich halten. Sie selbst ist davon in jedem Fall überzeugt.

Vielen Angehörigen helfe auch die Vorstellung, dass das Tier jetzt mit anderen Verwandten „zusammen im Himmel ist“. Ein Mädchen habe einmal beim Tod der Katze gesagt: „Jetzt ist sie wieder bei Opa.“