Tipps für religiöse Erziehung: Was wir lieb gewonnen haben Familie Reuter, Landau

Tradition und Abwechslung: Unser Mittagstischgebet ist das unserer Großeltern. Das trägt. Als Abwechslung haben wir einen Gebetswürfel. Einer würfelt und der andere liest. Für unsere Erstklässlerin ist das eine tolle Gelegenheit, da aber das Lesen etwas dauert, könnte das Essen kalt werden. Wenn einer von uns gerade nicht beten möchte, ist es nicht schlimm. Er/sie soll einfach nur die anderen lassen und kurz warten. Beim Schlafengehen werden die Kinder gesegnet, für ein Abendgebet ist oft nicht mehr viel Aufmerksamkeit da, da die Kinder sich auf ein Hörbuch freuen.

Kinderbibel: Jedes Kind hat eine eigene Bibel, je nach Alter. Sie dürfen darin malen und unterstreichen. Oft lesen wir die gleiche Geschichte bei den unterschiedlichen Bibeln und vergleichen Zeichnungen und welche mehr Spaß gemacht hat. Insgesamt haben wir vier Kinderbibel. Jeder hat einen Favoriten. Oft lesen wir am Wochenende in der Früh oder nach dem dem Frühstück im Pyjama, noch ganz kuschelig und gemütlich. Die Kinder sehen, dass Mama auch eine Bibel auf dem Nachttisch hat, wo auch herumgekritzelt wird.

Feiern: Christliche Feiertage, Geburtstage, Jubiläen oder Tauferinnerungstage werden mit besonderem Essen, Kerzen und einer extra Tischdecke besonders gefeiert.

Musik: Im Auto hören wir immer wieder Kinderkirchen-Hits oder die Kinder hören ihre Mama singen im Alltag, zum Beispiel beim Kochen. Meistens sind es Musikvideos in Youtube, wo die Kinder andere Menschen beim lobsingen und tanzen auch sehen können.

Kinderkirche: Einmal im Monat erleben die Kinder, dass nicht nur in der Familie sondern auch in der Gemeinschaft gefeiert wird. Das macht die Kinder sprachfähig und sie erleben andere Arten von Frömmigkeit.

Gott im Alltag: Wir sprechen oft, wie Gott uns sieht oder auch uns stärkt, wenn wir Fehler machen oder schlecht gelaunt sind. Keine Angelegenheit ist Gott zu unbedeutend oder zu klein, wir dürfen ihm alles sagen. Wenn Mama kurz davor ist, die Geduld zu verlieren, hören die Kinder oft „Gott, schenke mir Geduld. Es sind deine Kinder“. Die Kinder spüren dann, dass sie auf der sicheren Seite sind und erleben, dass die Eltern nicht perfekt sind, aber Gott über uns steht und uns als Familie begleitet.

Offenheit: Wir haben Freunde aus verschiedenen Konfessionen und Religionen. Die Kinder sind neugierig und offen. Sie fragen uns viel und möchten wissen, was Christen ausmacht.

Buchtipp: Kinder brauchen Antworten. Spirituelle Erziehung in der Familie: Anselm Grün/Jahn Uwe Rogge. (Dieses Buch hat auf die Grundlage des christlichen Glaubens meine Perspektive auf die Kinder total verändert. Ich wünschte mir, ich hätte es viel früher gelesen.)

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Pfarrerin Lena Vach aus Speyer hat Aussagen von Eltern gesammelt zur Frage, warum sie ihr Kind taufen lassen und wie sie ihnen einen „guten Grund bereiten“ können:

„Wir möchten, dass unsere Tochter weiß, dass nicht nur wir auf sie aufpassen. Sie soll wissen, dass Gott seine Hand über ihr hält und alle seine Helfer. Alle sind für sie da. Als Taufspruch wählen wir Psalm 91,11: Denn Gott hat seinen Engeln befohlen, dass sie dich behüten auf allen Deinen Wegen.“ (Elternpaar)

-Der Glaube kann Benedikt später Orientierung geben, damit er weiß, was richtig ist und was nicht.“ (eine Patin)

„Ich finde die Taufe wichtig. Bei unserer Großen hat sie mir gut getan, mir als Mutter. Nicht nur ich bin für meine Kinder da und für alles zuständig. Gott hilft mir dabei und passt mit auf sie auf.“ (eine alleinerziehende Mutter)

„Meine Oma war eine gläubige Frau. Sie ist gerne in den Gottesdienst gegangen. Sie hat immer gesagt: ‚Kind, das hilft mir!‘ Das war nicht aufgesetzt, ihr Glaube hat ihr wirklich geholfen im Leben. Sie war ein zuversichtlicher Mensch, weil sie an Gott geglaubt hat. Diese Chance will ich meinem Sohn auch geben. Er soll den Glauben kennenlernen. Wenn er Glück hat, hilft er ihm auch.“ (ein Vater)

Christel Remy, Leiterin der Kita Arche Noah in Homburg

Für mich stellt unser Leitbild, das wir mit Kindern, Eltern im Qualitätszirkel und unserer Pfarrerin erarbeitet haben, die Grundlage für unsere Arbeit in der Kindertagesstätte dar.

Unsere Leitsätze sind die Basis für unseren „guten Grund“, für unsere Arbeit mit und für die Kinder. Dazu zählen evangelischer Glaube und christliches Menschenbild, verlässliche Beziehungsarbeit, gegenseitige Wertschätzung und individuelles Begleiten. Wir nehmen jedes Kind so an, wie es ist.

Konzeption des Kinderhorts „Das fliegende Klassenzimmer“, Speyer

Wertschätzend miteinander umzugehen schafft die Basis für tragfähige Beziehungen und belastbares Vertrauen. Sich gegenseitig anzunehmen, zu achten und zu unterstützen, sind zentrale Werte, die wir Kindern vermitteln.