von Anke Höhn, Diakonisches Werk Pfalz

„Warum?“ - eine typische Kinderfrage, die an besonders „neugierigen Tagen“ auch gerne mehrfach gestellt wird. Kinder fragen aus gutem Grund „Warum?“, denn sie möchten die Zusammenhänge unserer Welt verstehen und der Welt einen Sinn geben. Nicht selten kommen wir Erwachsene bei der Suche nach Antworten an unsere Grenzen, denn mancher Zusammenhang ist garnicht einfach zu erklären. Oder wir wissen selbst nicht, warum etwas so ist wie es ist. Mein kleines Gegenüber gibt sich mit meiner ausweichenden Antwort aber nicht zufrieden, sondern forscht weiter. Nicht selten strapaziert das meine Geduld und ich reagiere nicht so wertschätzend und interessiert, wie ich es von mir selbst erwarte.

Wie kann ein „Warum- Gespräch“ gut gelingen?

Antworten dazu finde ich bei der Suche nach dem Thema „Theologisieren und Philosophieren mit Kindern“. Dabei ist eine Idee zentral: nicht ich, der vermeintlich allwissende und damit überlegene Erwachsene gibt die Antwort auf die Frage des Kindes, sondern wir begeben uns gemeinsam auf die Suche nach möglichen Antworten. Professor Frieder Harz schreibt dazu in einem Skript: Mit ihrer Spontaneität, ihren phantasievollen Lösungsvorschlägen, ihren anschaulichen Vorstellungen bringen Kinder viel ein, das sie auf ihre Weise zu ebenbürtigen Partnern der Erwachsenen macht – die mit ihrem Wissen, ihren Erfahrungen anderes, aber deshalb nicht Wertvolleres ins Spiel bringen.

Die Aufgabe des Erwachsenen ist nun, die Kinder zu ermutigen, ihre Ideen und Gedanken auszusprechen, die Antworten anzuerkennen und zugleich herausfordern, an den Fragen dran zu bleiben, weiter zu denken und noch genauer auf der Spur zu bleiben.

Auch Erwachsene dürfen zum Gespräch beitragen – achten Sie darauf, deutlich zu machen, dass ihre Antwort nicht allgemein gültig sondern persönlich ist („Mir fällt dazu ein…“; „Ich könnte mir vorstellen, dass…“). So hat das Kind die Möglichkeit, darauf zu reagieren und die Antwort für sich selbst zu überprüfen.

Ein solches Gespräch ist intensiv und braucht Zeit, denn oft ist eine schnelle Antwort nicht befriedigend. Daher: lassen Sie dem Kind Zeit, nachzudenken. Und wenn im Alltag gerade keine Zeit für ein Warum- Gespräch ist, dann vereinbaren sie mit dem Kind, der Frage zu einem anderen Zeitpunkt auf den Grund zu gehen.

Harz macht deutlich, dass Kinder in solchen Gesprächen viel Lernen: Theologisieren und Philosophieren stärkt das Zutrauen zu sich selbst, die Freude am eigenen Nachdenken und argumentieren, die Fähigkeit zum Zuhören und zum anerkennenden Umgang mit anderen Meinungen.

Ich wünsche Ihnen viel Freude beim gemeinsamen Eintauchen in die Welt der Warum- Fragen. Probieren Sie es aus - ich glaube, Sie werden viele Antworten miteinander entdecken.