vom 10. bis 13. Mai 2018 findet in Stuttgart die Gesamttagung für Kindergottesdienst in der Evangelischen Kirche in Deutschland statt. Hauptveranstaltungsorte sind das Kultur- und Kongresszentrum Liederhalle und der Hospitalhof Stuttgart.

Die Gesamttagung richtet sich an beruflich und ehrenamtlich Engagierte im Kindergottesdienst und an alle, die an christlicher Arbeit mit Kindern in Gemeinde, Schule und Kindergarten interessiert sind. Sie ist eine öffentliche Veranstaltung, zu der alle eingeladen sind, denen Kindergottesdienst und Bibelarbeit mit Kindern ein Anliegen ist.

Das Kultur- und Begegnungsfest für den Kindergottesdienst in Deutschland

Die alle vier Jahre stattfindende Gesamttagung ist ein Begegnungsfest, das Fortbildung, Kultur, Feiern und Gottesdienst verbindet. Bibelarbeiten aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln sind dabei genauso von Stellenwert, wie Kurzvorträge und Wissensimpulse zu Themen wie Inklusion, interreligiöser Bildung, Kindertheologie und weiteren Aspekten rund um Kirche mit Kindern.

Umrahmt wird die Tagung mit einem Kulturprogramm aus Konzerten, Theateraufführungen und Shows. Ein Highlight wird die „Nacht der Bibel“ sein mit den Schauspielern Barbara Auer, Peter Lohmeyer und dem Trio „Echoes of Scripture“ am Samstagabend.

Themenzentren und Arbeitsgruppen ergänzen einander

Herzstück der Gesamttagung 2018 sind sechs ‚thematische Zentren’ mit den Schwerpunkten Bibel und Erzählen; Kinder Kirche Kunst; Literatur und Große Fragen; Musik und Liturgie; Natur und Bewegung sowie Erlebnispädagogik. In Verbindung mit Arbeitsgruppen und Workshops können diese Themen und Methoden mit den Referenten ausgearbeitet und intensiviert werden.

Veranstaltet wird die diesjährige Gesamttagung vom Gesamtverband für Kindergottesdienst der EKD und der Evangelischen Landeskirche in Württemberg in Kooperation mit den Kindergottesdienst-Arbeitsbereichen der Landeskirchen Baden und Pfalz.

Weitere Informationen zu Programm, Anmeldung, Preise und Veranstaltungsorte finden Sie unter: www.gt2018.de

Die Anmeldung ist möglich bis 1. April 2018 (Frühbucher bis 1. März)

1. Gemeinde mit Kindern orientiert sich an Jesus Christus.

Eine Kirche die mit Kindern Gottesdienst feiert, nimmt das auf, was von Jesus Christus in den Evangelien überliefert wird: „und (Jesus) sprach zu ihnen: „Lasset die Kinder zu mir kommen, wehret ihnen nicht, denn solchen gehört das Reich Gottes.“ (Markusevangelium 10,13 u.a.). Mit dem Kindergottesdienst orientiert sich eine Gemeinde an Jesus Christus und räumt Kindern einen Platz in ihrer Mitte ein.

2. Gemeinde mit Kindern bezeugt die Liebe Gottes.

In zahlreichen Geschichten der Bibel wird beschrieben, dass Gottes Herz besonders für die Kleinen und Schwachen schlägt. Mit dem Kindergottesdienst bezeugt die Gemeinde die Liebe Gottes für die Kleinen und Schwachen und lässt sie konkret die Liebe Gottes erfahren.

3. Gemeinde mit Kindern lebt Vielfalt der Generationen.

Im Kindergottesdienst kommen Kinder und Erwachsene zusammen, um einen kindgerechten Gottesdienst zu feiern. Kinder erleben, dass sie mit Menschen allen Alters einen Platz in der Gemeinde haben, miteinander und voneinander lernen können. Gemeinde öffnet sich für die verschiedenen Generationen und stiftet Gemeinschaft in Vielfalt.

4. Gemeinde lernt von den Kindern.

Kinder haben einen anderen Blick als Erwachsene. In ihrem Entdecken der Welt sind sie aufmerksam gegenüber Dingen, die für Erwachsene oft selbstverständlich sind. Kinder gehen den Dingen gerne auf den Grund. Sie stellen Fragen, die Erwachsene herausfordern, über das nachzudenken, was sie sagen und tun. Sie konfrontieren Erwachsene mit ihrer eigenen Vorstellungskraft und religiösem Empfinden. So fordern sie Erwachsene heraus, über Selbstverständlichkeiten neu nachzudenken, den christlichen Glauben zu elementarisieren und glaubwürdig in den Aussagen zu sein. Dies setzt einen Lernprozess für Kinder und Erwachsene in Gang, der auch die Gestalt der Gemeinde weiter entwickelt.

5. Gemeinde mit Kindergottesdienst ist ein Segen für die Kinder.

Im Kindergottesdienst erleben Kinder Gemeinschaft mit anderen und mit Gott. Kindergottesdienst stärkt die Kinder in ihrer persönlichen Entwicklung, in der Bildung ihres Glaubens, in ihrer Wahrnehmungs- und Widerstandsfähigkeit und in ihrem Verantwortungsbewusstsein. Kinder machen heilsame Erfahrungen, die ihnen auch in anderen Lebensbereichen zu Gute kommen. Die Gemeinde mit Kindergottesdienst ist ein Segen für die Kinder.

6. Kindergottesdienst ist ein Segen für die Gemeinde.

Gottesdienste mit Kindern sind ein Schatz der Kirche, denn in ihnen leben Vielfalt, Geborgenheit, Gemeinschaft, Begeisterung und Lebensfreude. So stärken Kinder die Gemeinde darin, ein Ort der Geborgenheit und Lebensfreude zu sein, in der Vielfalt und Begeisterung ihren Platz haben. Dies ist ein Segen für die Gemeinde, der auch über die Grenzen der Gemeinde Ausstrahlungskraft hat.

7. Gemeinde mit Kindern hat Zukunft.

Gemeinde öffnet sich mit Kindern für eine Zukunft, die den Kindern gehört. Sie ermöglicht, dass christlicher Glaube von Generation zu Generation weitergegeben wird. Wer in der Kindheit wohltuende Erfahrungen im christlichen Glauben gemacht hat, kann als Erwachsener darauf zurückgreifen. Die Bereitschaft von Erwachsenen, sich selbst als ein Teil der Kirche zu begreifen und Kirche aktiv mitzugestalten, ist bei denen viel höher, die als Kind im Kindergottesdienst Zugang zum christlichen Glauben und zur christlichen Gemeinschaft erlebten.

Ulrike Hofmann, Pfarrerin, Projektstelle Herzensbildung, 2013

1. Kinder machen im Kindergottesdienst heilsame Gemeinschaftserfahrungen.

In Zeiten immer stärkerer Verschulung und Verinselung von Kindheit brauchen Kinder leistungsfreie und heilsame Gemeinschaftserfahrungen, die Generationen miteinander verbinden. Kindergottesdienstteams (Jugendliche, Erwachsene, Senioren) feiern mit Kindern heilsame Feste der Nähe und Güte Gottes. Dort erleben Kinder: Meine Taufe wird ernst genommen. Ich bin von Gott angenommen und mit Menschen verbunden, die es gut mit mir meinen.

2. Kinder werden im Kindergottesdienst mit ihrer Lebenswirklichkeit und ihrem eigenen Glauben wahrgenommen und in einer spielenden Liturgie mit allen Sinnen beteiligt.

Im Kindergottesdienst werden die konkrete Lebenswirklichkeiten der Kinder und ihr eigener Glaube wahrgenommen, wertgeschätzt und mit unterschiedlichen Lebens- und Glaubenserfahrungen von Menschen in der Bibel verknüpft. Kinder können sich spielend mit allen Sinnen, ihren Gedanken und Emotionen (Lachen und Weinen, Freude und Wut, Klage und Trauer) am Fest der Nähe und Güte Gottes beteiligen und werden kompetent dabei begleitet.

3. Die Widerstandsfähigkeit von Kindern wird durch erzählte Bibelgeschichten im Kindergottesdienst lebenslang gestärkt.

In keiner anderen kirchlichen Veranstaltung mit Kindern hat die Bibel einen so hohen Stellenwert wie im Gottesdienst. Dort erzählte Bibelgeschichten stärken, trösten und ermutigen Kinder lebenslang und helfen, dem Bösen der Gewalt und den dunklen Seiten und Katastrophen des Lebens standzuhalten. Kinder finden im Kindergottesdienst seelsorgerlich kompetente Gesprächspartnerinnen und – partner.

4. Kinder werden im Kindergottesdienst vertraut mit allen Grundformen des christlichen Glaubens.

Jeder Gottesdienst mit Kindern ist ein vollwertiger Gottesdienst, in dem Kinder mit allen Sinnen beteiligt und vertraut werden mit allen Grundformen des christlichen Glaubens: beten, loben, danken, klagen, hören, singen, erinnern und segnen. Sei wachsen hinein in Bibel, Sonntag, Kirchenjahr, Kirche, Gemeinde, Taufe und Abendmahl. Gottesdienste mit Kindern helfen Eltern bei der christlichen Erziehung und Kinder erfahren sich als willkommene Gemeindemitglieder. Diese Erfahrungen im Kindergottesdienst sind oft lebensprägend.

5. Kinder erfahren im Kindergottesdienst ethische Orientierung und Vergewisserung in einer globalisierten Welt.

Im Kindergottesdienst erleben sich Kinder als teil einer weltweit wachsenden christlichen Gemeinschaft, die im Vertrauen auf die Güte und Gerechtigkeit Gottes lebt und solidarisch handelt. Kinder entdecken das biblische Menschenbild, das die schwachen und Kleinen in die Mitte nimmt und ihnen die Mitarbeit am Reich Gottes verantwortlich zutraut. Auf die großen existentiellen Menschheitsfragen wird im Kindergottesdienst gemeinsam nach Antworten aus der Bibel gesucht.

6. Kinder werden im Kindergottesdienst religiös gebildet und sprachfähig im Glauben.

Religiosität gehört zum Menschsein. Im Kindergottesdienst wachsen Kinder ganzheitlich hinein in die jüdisch-christliche Sprach- und Bilderwelt, ohne die Weltgeschichte, Literatur, Kunst, Filme, Werbung, Gebäude und Musik für sie stumm bleiben. Ohne religiöse Bildung und Sprache kann sich der Glaube von Kindern nicht weiterentwickeln.

7. Eltern werden durch die Erfahrungen ihrer Kinder im Kindergottesdienst motiviert, den eigenen Glauben wieder neu zu entdecken und gemeinsam mit ihren Kindern zu vertiefen.

Eltern – auch 35% der ehrenamtlichen Mitarbeitenden sind Eltern – begegnen durch ihre Kinder neu und oft überraschend der Schönheit des christlichen Glaubens. Gemeinsam mit den Kindern entdecken sie den Glauben als Weg zu einer vertieften Lebensqualität.

Dirk Schliephake, Beauftragter für Kindergottesdienst der Ev.-luth. Landeskirche Hannover und Leiter des Arbeitsbereiches Kindergottesdienst im Michaeliskloster Hildesheim, aus: Da ist doch noch mehr drin! Werben für Kindergottesdienst & Co., hrsg. Vom Landesverband für Ev. Kindergottesdienstarbeit in Bayern, 2013.