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Der Weihnachtsgarten - Ein Projekt in der Adventszeit

Die Kindertagesstätte Villa Regenbogen in Maximiliansau berichtet:

Unsere evangelische Kindertageseinrichtung hat ergänzend zum Elternhaus in der religiösen Bildung einen großen Auftrag. Wir wollen und sollen Glauben sichtbar und erlebbar für Kinder werden lassen, um Antworten anzubieten und Erfahrungsfelder zu eröffnen. Durch die Geschichten der Bibel und ihre Grundaussagen über menschliche Fähigkeiten, Gefühle und Lebensumstände, sowie Gottes Wirken unter ihnen, können Kinder Hilfestellungen für ihre Fragen, Nöte und Sorgen bekommen.

Das Kennenlernen der Erzählungen aus der Bibel, wie im später beschriebenen Beispiel des Weihnachtsevangeliums (Lk. / Mt.) sind wichtig für die Entwicklung des christlichen Glaubens eines Heranwachsenden.

Im Vorbereitungsteam, das durch Mitarbeiter der Kita, Eltern der Einrichtung, der Pfarrerin und Mitgliedern des Presbyteriums besetzt war, machten wir uns in einigen Planungsteams Gedanken zur Auswahl der einzelnen Inhalte der Weihnachtsgeschichte. Sie sollten im „Weihnachtsgarten“ in unterschiedlichen Stationen sichtbar werden.

Diese Möglichkeit der Vermittlung von biblischen Inhalten wurde speziell für Kinder entwickelt. Zusammenhänge zwischen den Erzählungen aus den Evangelien der Bibel und unserem Weihnachtsfest werden dabei selbsterklärend vermittelt. Die Geschichte um Jesu Geburt wird eingerahmt in eine faszinierende Umgebung, ähnlich wie ein wunderschöner Garten, der zauberhafte Anblicke, leise und laute Töne, Geschmacks- und Riecherlebnisse in einem Ganzen bündelt. Die Besucher des Weihnachtsgartens werden in kleinen Gruppen von einem Erzähler durch die Welt der Bibel begleitet, kleine Schauspieleinlagen unserer Helfer machen die Erzählung noch lebendiger. Einzelne Sinneseindrücke bleiben bei dieser Methode mit ihren eindrücklichen Bildern im Unterbewusstsein der Personen verankert und können wieder abgerufen werden.

Die Kinder unserer Einrichtung und später auch Erwachsenengruppen aus der Elternschaft oder der Gemeinde, die sich dafür interessierten, wurden somit die ganze Adventszeit hindurch in das Geschehen von damals hineingenommen.

Die Räumlichkeiten (Flure, Turnhalle, Nebenräume) im Kindergarten wurden vollkommen verwandelt. Materialien wie Stoffe, Einrichtungsgegenstände, technisches Equipment incl. Beleuchtung, Tonaufnahmen von Stimmen, Musik und Geräusche rundeten die entstandenen Stationen der Geschichte ab. Durch weitere Sinneseindrücke über das Schmecken z.B. von Tee oder das Riechen von Gewürzen, sowie das gemeinsame Tanzen, wurde in die ganz persönliche Erfahrungswelt der Kinder eingegriffen.

Der Weihnachtsgarten eröffnet viele unterschiedliche Lernwege, die helfen das Erlebte zu begreifen und zu verarbeiten.

Die Führung durch den Weihnachtsgarten wird durchgängig in der kleinen Gruppe erlebt. Somit ist das soziale Lernen ein wichtiger Bestandteil des Projektes. Z.B. ist beim Betreten der Einzelstationen jeder gefragt dafür zu sorgen, dass andere auch noch Platz finden können, leise zu sein dass jeder hören kann, usw.

Kinder werden sensibilisiert für die Symbolik, die z.B. durch das Licht immer wieder sichtbar wird.

Das Licht macht Dunkel hell, wer Licht hat, braucht sich nicht zu fürchten (Hell strahlende Engel, Laterne in der Nacht, Jesus als Licht der Welt). Somit reicht die Wirkung in die Gefühlswelt der Kinder hinein.

Kinder lernen in einer „Wohlfühlatmosphäre“. Sie nehmen das Erlebte auf, weil es ihnen Freude macht, sich gedanklich mit etwas auseinanderzusetzen, das Gehörte und Gesehene zu verfolgen.

Der vorsichtige, behutsame Umgang mit der gestalteten Umgebung und den Utensilien darin, wie z.B. den wertvollen Trinkgläsern im Zelt lässt Kinder spüren, dass diese Erzählung in welcher sie sich bewegen etwas ganz Besonderes ist.

Für die eigene kreative Umsetzung und Verarbeitung der Kinder sorgt am Ende des Weihnachtsgartens die Möglichkeit zum Malen, die als sehr wichtiges Element anreiht.

Alles in allem war der Weihnachtsgarten eine anspruchsvolle aber auch gelungene Aktion, die viele bereichernde Erfahrungen, aber auch intensive Begegnungen, neue Kontakte und Ideen für weitere Projekte geschaffen hat.



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