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Über die Pop-Toccata zu Bach

von Lore Dohrenbusch

An diesem Sonntag, dem 29. August, ist der „Tocca-Tag“ von Landeskirche und Bistum – die Idee finde ich brillant. 31 Gottesdienste, 27 Kurzkonzerte, fünf große Orgelkonzerte, zwölf musikalische Andachten und sieben Matineen. Und überall in der Pfalz erklingt das wohl berühmteste Orgelwerk der Welt, Bachs Toccata und Fuge in d-Moll.

Ich habe es erst mit 17 Jahren kennengelernt: Durch eine exzellente Pop-Version der britisch-australischen Instrumentalband „Sky“, die im Frühling 1980 in der britischen Hitparade war und mich beim erstmaligen Hören im Radio geradezu hinweggefegt hat. Jede Woche habe ich in diesem April, Mai 1980 freitagabends im britischen Radiosender BFBS die Charts gehört, um die temporeiche Sky-Version wieder und wieder zu hören. Sie war mein Weg zu Bach.

Denn zu meinem großen Entzücken fand ich etwa ein Jahr später auf dem Grabbeltisch eines Musikhauses in meiner Schulstadt eine erschwingliche Musikcassette mit Orgelwerken von Bach – unter anderem der Toccata und zwei Brandenburgischen Konzerten. Ich erinnere mich an die erstaunte Reaktion meiner begleitenden Freundin Anne, die mich nach erstem Stutzen belustigt ermunterte, die Cassette zu kaufen. Obschon ich außer Neugier keinen Bezug zur Klassik hatte.

Erstmals konnte ich die Originalversionen hören, unter anderem weil ich mir inzwischen einen Radio-Cassettenrekorder zugelegt hatte. Der wurde möglich, weil ich drei Wochen Ferienarbeit in einem Kaufhaus absolviert hatte. Diesen Musikgenuss hatte ich also von langer Hand vorbereiten müssen. Er hat sich fürs ganze Leben gelohnt. Und die Cassette habe ich noch heute. Sie lässt sich immer noch abspielen, ohne zu leiern. Vorzugsweise beim Putzen und Bügeln höre ich sie – sozusagen Bach für den Hausgebrauch zur inneren Sammlung. Zum Herumtoben in der Wohnung höre ich eher die Sky-Version.

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Vor der Thomaskirche in Leipzig: Statue von Johann Sebastian Bach. Foto: epd
Vor der Thomaskirche in Leipzig: Statue von Johann Sebastian Bach. Foto: epd

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