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|   Leitartikel

Niemand will ein Spielverderber sein

von Florian Riesterer

Der nächste Winter wird teuer, so viel steht fest. Weniger bis kein Gas aus Russland bedeutet höhere Preise. Wer mit einem Heizlüfter nicht nur mal eben kurz kuschelige Füße, sondern Wohlfühltemperatur in der ganzen Wohnung haben will, kann jetzt schon einmal Geld zurücklegen wegen ­gesalzener Stromrechnungen. Und auch der nachwachsende Heizrohstoff Holz ist wegen gestiegener Nachfrage und des Ausfalls ­Russlands als Exporteur gestiegen.

Temperaturen senken, weniger bis gar nicht heizen in Kirchen, so lautete kürzlich in einem Rundbrief die Empfehlung der pfälzischen Landeskirche. Was der Einzelne zu Hause relativ leicht umsetzen kann, solange der Rest der Familie mitspielt, lässt in Kirchengemeinden manch Sorgenfalten entstehen. Er wolle die vielen Leute und Band-Musiker nicht dadurch vergraulen, dass sie so lange frieren müssten, erklärt ein Pfälzer Pfarrer. Nachvollziehbar.

Protestantische Kindertagesstätten fürchten sich vor verärgerten Eltern, wenn die Kinder erkältet aus der Einrichtung nach Hause kommen, zeigen Gespräche mit ihren Zweckverbänden. Das Warmwasser für das Händewaschen abzudrehen, könne Keime entstehen lassen. Und Wickelkinder mit ­kaltem Wasser zu waschen, sei nicht möglich, heißt es. Niemand will ein Spielverderber sein wie die Städte Ludwigshafen und Kaiserslautern, die schon Mitte Juli ankündigten, Warmwasser in Turn- und Sport­hallen abzudrehen. So will das Bistum Speyer erst einmal auf Vorgaben von Kommunen und Ländern warten, was Kindertagesstätten betrifft. Die Diakonissen Speyer scheuen ebenfalls vor konkreten Anweisungen zurück. Einen Krisenstab gibt es dennoch: zur Sicherstellung der Energieversorgung.

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Florian Riesterer
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