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Neue Regeln für Gottesdienste

Erstmals eine 3G-Regel für Religionsgemeinschaften in Rheinland-Pfalz

In Rheinland-Pfalz sind Kirchengemeinden ab sofort verpflichtet, den Impfstatus ihrer Gottesdienstbesucher zu überprüfen. Die neue Anti-Corona-Verordnung der Landesregierung sieht erstmals eine 3G-Regel für Religionsgemeinschaften vor. Gottesdienstbesucher ab einem Alter von zwölf Jahren müssen demnach entweder geimpft oder genesen sein oder einen tagesaktuellen negativen Coronatest vorlegen. Die 3G-Regel gilt grundsätzlich für alle kirchlichen Versammlungen und Veranstaltungen in Innenräumen.

Kirchen und andere Religionsgemeinschaften dürfen bei Gottesdiensten und anderen Veranstaltungen auf Mindestabstände verzichten, wenn sie ausschließlich Geimpften und Genesenen die Teilnahme gestatten. Bislang hatten Kirchen in Rheinland-Pfalz die Möglichkeit, unter strengen Vorsichtsmaßnahmen und mit begrenzter Teilnehmerzahl Gottesdienste zu feiern, ohne zwischen geimpften und ungeimpften Gläubigen zu unterscheiden.

Für Kirchengemeinden sei es keine wirklich neue Situation, den Impfstatus vor dem Gottesdienst abzufragen, sagte Kirchenpräsidentin Dorothee Wüst. Sie sei in den vergangenen Wochen in kaum einer Gemeinde gewesen, in der sie nicht ihren Impfnachweis gezeigt habe. Ihre ganze Achtung gehöre deshalb den Ehrenamtlichen, die seit Monaten auf die Umsetzung der Regeln achteten. Die Herausforderung liege nun in der Verwirrung über die Regelungen, sagte Wüst. Vor allen Dingen sei es eine Herausforderung für Ungeimpfte, die einen negativen Test für den Gottesdienst brauchten. Auf jeden Fall aber biete 3G nach wie vor die Möglichkeit, als nicht geimpfter Mensch einen Gottesdienst zu besuchen. epd/koc

In den meisten Ländern kein 3G für Gottesdienste

Rheinland-Pfalz gehört zu den vier Ausnahmen – Viele Kirchengemeinden wenden strengere Regeln an

Die Mehrheit der Bundesländer verzichtet bislang auf 2G- oder 3G-Vorschriften für Religionsgemeinschaften. Das ergab eine Umfrage unter den 16 Bundesländern. Ausnahmen sind Rheinland-Pfalz, Sachsen, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern. Die üblichen Hygieneregeln mit Abstand, Händewaschen, Maske und Lüften bleiben bestehen, Gemeinden können optional selbst strengere Regeln einführen. In Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz, Sachsen und Thüringen sind Religionsgemeinschaften verpflichtet, den Impfstatus ihrer Gottesdienstbesucher zu überprüfen. Die 3G-Regel gilt grundsätzlich für alle Versammlungen und Veranstaltungen in Innenräumen. In Berlin ist die 3G-Regel keine Vorschrift, wird aber von der Senatsverwaltung empfohlen.

In Berlin gilt laut Hygienerahmenkonzept weiter eine Maskenpflicht bis zum Sitzplatz bei Gottesdiensten. Es wird aber dringend empfohlen, dass alle Teilnehmenden ein negatives Testergebnis vorweisen, genesen oder geimpft sind. In Bayern und Baden-Württemberg sind Gottesdienste von den verschärften Maßnahmen ausgenommen. Es bleibe bei den bisherigen bekannten Regelungen, teilte ein Sprecher des bayerischen Gesundheitsministeriums mit. Für öffentliche Gottesdienste in Kirchen, Synagogen und Moscheen gelte: Wenn sich die Gemeinde für eine 3G-Regel entscheidet – dass also nur Geimpfte, Genesene und Getestete Zutritt haben –, braucht es keine Personenobergrenze.

In Nordrhein-Westfalen heißt es in der Verordnung: „Die Kirchen und Religionsgemeinschaften stellen für Versammlungen zur Religionsausübung eigene Regelungen auf, die ein dieser Verordnung vergleichbares Schutzniveau sicherstellen.“ Auch in Hessen macht man keine bindenden Vorgaben für Gottesdienste. „Das entspricht unserem Verständnis vom Verhältnis zwischen Staat und Kirche“ , sagte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU).

Welche Regeln in den einzelnen Gemeinden gelten, kann aber auch regional abweichen. Die 20 evangelischen Landeskirchen etwa geben Empfehlungen für ihre Gemeinden aus. Wie diese sich im geltenden rechtlichen Rahmen verhalten, entscheiden aber meist die Gemeindeleitungen vor Ort. Auch die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau ruft in ihren Empfehlungen die Gemeinden dazu auf, auch Gottesdienste nach 2G- oder 3G-Regeln einzuhalten. Ähnliches raten weitere Landeskirchen und Diözesen. So dürfen im katholischen Erzbistum Berlin Gottesdienste in der Advents- und Weihnachtszeit grundsätzlich nur unter 2G-Bedingungen stattfinden. epd

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Kein Ausschluss: In vielen Kirchen können Menschen ungeachtet ihres Impfstatus den Gottesdienst weiter besuchen. Foto: epd
Kein Ausschluss: In vielen Kirchen können Menschen ungeachtet ihres Impfstatus den Gottesdienst weiter besuchen. Foto: epd

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