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Lebensrealität im Blick

Pfälzer Kirchengeschichtsverein will breiteres Publikum ansprechen

Der Verein für Pfälzische Kirchengeschichte will mit neuen Themen und einer besseren Nutzung von sozialen Medien eine breitere Öffentlichkeit erreichen. Eine Herausforderung sei es, gerade Menschen im jüngeren und mittleren Lebensalter für kirchengeschichtliche Themen anzusprechen, sagte der neue Vereinsvorsitzende, der Landauer Kirchenhistoriker Ulrich Andreas Wien, in einem Gespräch mit dem KIRCHENBOTEN. Wichtig sei es dabei, Bezüge aus der Geschichte für das heutige Leben herzustellen und Erkenntnisse einzuordnen.

Das Interesse an historischen Themen nehme in der Gesellschaft allgemein ab, beklagte Wien, der Akademischer Direktor am Institut für Evangelische Theologie an der Universität Koblenz-Landau ist. Für die Geschichtswissenschaft und auch den Kirchengeschichtsverein sei es deshalb nötig, aktuelle Themen aus der Lebensrealität der Menschen aufzugreifen. Als Beispiele nannte der 58-jährige Historiker die Themen Migration, Wirtschaft und Arbeit, Jugendkulturen und kirchliche Jugendarbeit, die neue Forschungsansätze und Impulse für Diskussionen bieten könnten.

Der rund 500 Mitglieder zählende Kirchengeschichtsverein mit Sitz in Kaiserslautern wolle nicht nur weiter die Kirchengeschichte in der Pfalz und der Kurpfalz wissenschaftlich erforschen und pflegen, machte Wien deutlich. Auch seinem zweiten Satzungszweck, der pfälzischen Volkskunde, wolle sich der Verein vermehrt widmen. Neue Themen könnten etwa Dekolonisierung, Aberglaube und freireligiöse Gemeinschaften sein. Der von der pfälzischen Landeskirche unterstützte Kirchengeschichtsverein wolle sich auch international stärker wissenschaftlich vernetzen, sagte der Historiker. Auch eine engere Kooperation mit der Pfarrerschaft und den Kirchengemeinden wäre wünschenswert. Diese könnten ihre Anregungen in die Arbeit des Vereins und seine Publikationen wie die „Blätter für pfälzische Kirchengeschichte und religiöse Volkskunde“ einbringen. Um einer Überalterung vorzubeugen, müsse der Kirchengeschichtsverein auch versuchen, neue Mitglieder zu werben. Dafür sei eine stärkere Präsenz in den sozialen Medien, aber auch der Kontakt zu Hochschulen wichtig.

Seine Tagungen wolle der Verein, sobald es die Corona-Lage zulasse, wieder als Präsenzveranstaltungen anbieten, sagte Wien. Die Arbeitstagung am 21. Januar im protestantischen Buten­schoen­haus zum Thema „Radikale Religion: Täufer, Dissidenten, Extremisten“ von 14.30 bis 21.30 Uhr werde allerdings nur im Internet gestreamt. all

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Vorsitzender des Vereins für Pfälzische Kirchengeschichte: Ulrich A. Wien. Foto: Iversen
Vorsitzender des Vereins für Pfälzische Kirchengeschichte: Ulrich A. Wien. Foto: Iversen

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