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|   Glosse

„Kovid“ lacht über das Virus

von Alexander Lang

Wie böse Zufälle das Leben verändern können, davon weiß ein Mann aus Indien zu erzählen: Kovid Kapoor. Er ist Geschäftsmann und hat sich mit dem ganzen Wirbel, den sein Name erzeugt, ganz gut arrangiert. Kovid: Wenn man so heißt, hat man es in der Welt, in der die Pandemie regiert, nicht leicht. Seit zwei Jahren ist der gute Kovid aus der südindischen High-Tech-Metropole Bangalore zu einem Lieblingsobjekt von Machern schlechter Witze geworden. „Du heißt Kovid, ha, ha, ha!“ Den globalen Ignoranten sei gesagt, Kovid ist ein ehrenhafter Name, er bedeutet im indischen Sanskrit soviel wie Gelehrter.

„Ich heiße Kovid und ich bin kein Virus“, twitterte Kapoor noch zu Beginn der Pandemie genervt. Damals fand es der mittlerweile 31-Jährige gar nicht lustig, wenn er in seinem Umfeld aufgezogen wurde. Seine Freunde schickten ihm eine Geburtstagstorte mit der Aufschrift „Happy birthday, #covid-30“. Jetzt im Ernst: Kann sich der Konditor wirklich verschrieben haben? Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte es eigentlich gut gemeint, als sie einen passenden Namen für das tödliche Virus suchte: Dieser sollte sich weder auf eine Person, eine Gruppe von Menschen, eine geografische Region oder ein Tier beziehen. Klarer Fehlschuss.

Sein Leben mit „Kovid“ teilt der Mitbegründer einer Reiseplattform nunmehr auf Twitter und wurde dadurch weltweit bekannt: Google glaube ständig, dass er seinen Namen falsch schreibe, informiert Kapoor, der sich vor Medienanfragen aus aller Welt nicht retten kann. Die zufällige Verbindung zwischen seinem Namen und dem Virus könnte vielen Menschen helfen, dass ihnen der Spaß nicht vergehe, hofft er. Viele andere „Kovids“ haben sich schon bei ihm gemeldet. Vielleicht, sagt Kovid Kapoor, können wir schon alle bald über die Pandemie lachen.

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Richtig geschrieben: Covid-19 nannte die WHO das Virus. Ein Inder muss mit einer Namensverwechslung leben. Foto: epd
Richtig geschrieben: Covid-19 nannte die WHO das Virus. Ein Inder muss mit einer Namensverwechslung leben. Foto: epd

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