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|   Leitartikel

Königshäuser als große Konstanten

von Florian Riesterer

Es ist das dominierende Thema dieser Tage: Queen Elizabeth II. ist tot. Live-Bilder vom Buckingham-Palast, wohin die Menschen im strömenden Regen pilgern, um mit Schirmen in der Hand vor dem Zaun Blumen abzulegen, flimmern am Donnerstag vergangener Woche über die Fernsehbildschirme. Beileidsbekundungen von Politikern füllen die Nachrichtenblogs, vor allem aber herrscht bei den Menschen in England tiefe Trauer – und in den sozialen Netzwerken kollektive Betroffenheit. „Ich kann es nicht fassen, sie war einfach immer da“, so oder ähnlich lauten die Äußerungen.

Natürlich kommt ihr Tod nicht völlig überraschend. Zuletzt wirkte die 96-Jährige gebrechlich. Dennoch schien es manchen, als würde ihre Amtszeit nie zu Ende gehen. 15 Premierministerinnen und Premierminister erlebte sie als Königin. „Konstante“ ist deshalb die Vokabel, die immer wieder zu hören ist in den Stunden nach ihrem Tod und den Tagen danach. Und ihr Sohn und Thronfolger King Charles III. spricht von konstanten Werten, die es aufrechtzuerhalten gelte – wofür für ihn als Oberhaupt der anglikanischen Kirche auch der christliche Glaube zähle.

Königshäuser gelten manchen Menschen als rückwärtsgewandt, als Relikt einer vergangenen Zeit. Mit Blick auf den Tod von Queen Elizabeth und die Reaktionen darauf, muss aber die Frage erlaubt sein, ob sie tatsächlich so überflüssig sind, wie es Kritiker immer wieder behaupten. Zumindest scheinen sie ein Bindeglied zu sein in einer immer heterogeneren Gesellschaft, wo heute oft nicht mehr gilt, was gestern war. Ein solches ist auch der christliche Glaube mit seiner mehr als 2000 Jahre alten Geschichte – darüber sollten selbst die schwindenden Kirchenmitgliedszahlen nicht hinwegtäuschen.

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