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Kirche der Zukunft liegt im Abholen der Menschen

Matthias Fitting beginnt seinen Dienst als neuer Landesposaunenwart mit Sitz in Landau – Vorgänger Christian Syperek begleitet ihn intensiv

Zum Pressetermin erscheint er mit großem Instrumentalgepäck: Matthias Fitting, neuer Landesposaunenwart der Evangelischen Kirche der Pfalz und Nachfolger von Christian Syperek, spielt seit einem Alter Tuba, in dem er das Instrument eigentlich noch gar nicht halten konnte. Dass er sich auf seine neue Aufgabe freut, signalisiert jeder Satz und jede Geste. Landeskirchenmusikdirektor Jochen Steuerwald, qua Amtes in der Findungskommission, die Fitting aus zwölf Bewerbern aussuchte, bestätigt: „Er war einfach der Beste.“

Aufgewachsen ist der 1988 geborene Matthias Fitting im hessischen Biebelnheim und zur Schule gegangen in Alzey. Prägend in vielen Belangen war das elterliche Pfarrhaus, nicht zuletzt durch die Gemeinschaft mit vier Geschwistern. „Musik spielte stets eine tragende Rolle im häuslichen Miteinander“, sagte der 33-Jährige.

Ganz klein war er noch, erzählt Matthias Fitting, als ihn seine Mutter in den Posaunenchor mitnahm und er die ersten Töne auf dem Tenorhorn erproben durfte. Schon mit zehn Jahren erkor er die Tuba zu „seinem“ Instrument. Er erhielt Privatunterricht, zuletzt bei Siegfried Jung vom Nationaltheater Mannheim, der ihn, nach „Jugend-musiziert“-Erfolgen, 14-jährig als Vorstudent an die Musikhochschule Mannheim empfahl. Da war der hochbegabte junge Bläser auch bereits Mitglied im Landesjugendorchester Rheinland-Pfalz.

Der reguläre Studienbeginn 2008 mit dem Ziel Orchestermusik war bereits praxisbegleitet. Engagements führten Matthias Fitting ab 2009 zum Göttinger Sinfonieorchester und zum Brandenburgischen Staatsorchester Frankfurt an der Oder. Sein Studium in Mannheim beendete er 2016 mit einem Sonderstudiengang „Solistenklasse“. Er war von da an gern gesehener Gast in Orchestern wie der Staatphilharmonie Rheinland-Pfalz, der Radiophilharmonie Saarbrücken-Kaiserlautern, der Philharmonie Baden-Baden und der Oper Pforzheim.

Weiterhin spielte er im heimischen Posaunenchor Tuba. „Und irgendwie habe ich dann auch gemerkt, dass Orchestermusik nicht das ist, was ich eigentlich will.“ Er besann sich seiner pädagogischen Fähigkeiten und unterrichtete an der Musikschule in Stuttgart sowie an der Evangelischen Kirchenmusikhochschule Heidelberg – „der einzigen in Deutschland übrigens, die den Studiengang „Landesposaunenwart“ anbietet“, merkt er an.

Immer gab es da auch den einen oder anderen kleinen Posaunenchor auf dem Land, den er liebevoll schulte. „All das, auch meine Instrumentalschüler, lasse ich natürlich jetzt mit einem weinenden Auge zurück“, bekennt Matthias Fitting. Aber die Freude auf den bestens ausgestatteten Bereich der pfälzischen Posaunenarbeit überwiegt. Er lobt, wie perfekt strukturiert, und dokumentiert, wie vital und vielgestaltig sein Vorgänger gewirkt hat. „Christian Syperek übergibt mir ein bestens bestelltes Haus, begleitet mich derzeit so zugewandt und intensiv, dass ich Raum haben werde, mich zu orientieren. Das ist ein wirklich schönes Gefühl.“

Mit ihm ankommen werden seine Frau Magdalena, eine Trompeterin, und die dreijährige Tochter. Dienstsitz wird Landau bleiben, was nicht zuletzt die dortige Bläserkantorei und die Jungbläser freuen wird. Denn deren Leitung führt der neue Landesposaunenwart wie schon sein Vorgänger mit in seinem Dienstauftrag. Seine Pläne? „Erst einmal braucht es Orientierung, Menschen kennenlernen, auch in den entfernteren Gegenden der West- und Nordpfalz“, antwortet er. Der kirchliche Auftrag stehe ganz oben. Aber Kirche weit zu öffnen und alle Menschen abzuholen – das ist sein Anliegen. Musikalisch gehe es darum, neben Gottesdienst und Konzert auch mal als Blasorchester das Kerwevolk in Schwung zu bringen. Oder mit einer großen Brass-Band nach britischem Vorbild die Leute auf der Straße zu erreichen. „Die Menschen abholen, da wo sie stehen – das ist eine wichtige Aufgabe für die Kirche der Zukunft.“ Wo Bläser sich kraftvoll und fröhlich unters Volk mischten, gelinge das. Erreichbar ist Fitting unter E-Mail: mail(at)nospamposaunenarbeitpfalz.de. gpo

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Spielt seit seinem zehnten Lebensjahr die Tuba: Der neue Landesposaunenwart und Pfarrerssohn Matthias Fitting. Foto: Iversen
Spielt seit seinem zehnten Lebensjahr die Tuba: Der neue Landesposaunenwart und Pfarrerssohn Matthias Fitting. Foto: Iversen

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