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|   Leitartikel

In guten wie in schlechten Zeiten

von Hartmut Metzger

Die Hoffnung auf einen unbeschwerten Advent und ein Ende der Pandemie ist in den vergangenen Wochen geplatzt wie eine rosarote Seifenblase. Ärzte rechnen damit, dass Corona-Patienten auf den Intensivstationen künftig deutschlandweit verteilt werden müssen, um die Regionen mit überfüllten Kliniken zu entlasten. Angesichts der aktuellen Zahlen beschreibt Lothar Wieler vom Robert-Koch-Institut die Lage mit den Worten „fünf nach zwölf“. Aber Regierung und Parteispitzen in Berlin reden sich selbst ins „epidemische Desaster“, während Österreich seine „Pandemie-Spezialisten“ mit einer klaren Ansage von der Notwendigkeit des Impfens überzeugt: 3G am Arbeitsplatz, 2G im öffentlichen Leben und ein Lockdown für das ungeimpfte Viertel der Bevölkerung. Das wirkt.

Das Verantwortungsgefühl der Menschen wurde in Europa vor allem aus der Nächstenliebe mit den Tugenden Barmherzigkeit und Gerechtigkeit gespeist, wie sie in der Bergpredigt erläutert werden. Das Rüstzeug dafür erhielt der Mensch durch das alte ­jüdisch-christliche Narrativ, dass ihm der „Baum der Erkenntnis des Guten und des Bösen“ die Fähigkeit ermöglicht, sein Handeln zu bewerten. Deshalb muss sich der Mensch vor Gott verantworten. Auch hier auf Erden kann die Übernahme von Verantwortung für den Nächsten und die Gemeinschaft eingefordert werden. Davor drückt sich die deutsche Politik. Die Wissenschaft hat ihre Pflicht getan, es ist alles gesagt. Aber es ist längst überfällig, dass der Gesetzgeber seine Verantwortung übernimmt, obwohl das nicht allen Wählern „schmecken“ wird. Die Volksvertreter stehen in guten wie in schlechten Zeiten in der Verantwortung „vor Gott und den Menschen“ – nicht nur vor dem Ziel der eigenen Wiederwahl.

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Hartmut Metzger
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    aVLNpFhvT 22/11/2021 um 08:49
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    DQmsKHnFJzovg 22/11/2021 um 08:49
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    VdotTnqZHMpGbWsN 21/11/2021 um 01:38
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    dRQpjCNlUVBXnz 21/11/2021 um 01:38
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    MDmitjrqFALdPEw 20/11/2021 um 04:41
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    pABIuVqWLJfF 20/11/2021 um 04:41
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