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Gottesdienste sind nicht gefährlich

Bisher keine Ansteckungen in der Landeskirche bekannt geworden – Presbyterien fristgerecht eingeführt

Andreas Rummel ist zufrieden mit dem Gottesdienstgeschehen unter Corona-Bedingungen in der Landeskirche. In keinem Fall seien von einem landeskirchlichen Gottesdienst Ansteckungen ausgegangen, sagt der Pressesprecher, der auch dem Corona-Krisenstab der Landeskirche angehört. „Wir haben strenge Hygieneregeln, und wir halten uns dran.“ Deshalb sei es auch möglich gewesen, die neu gewählten Presbyterien in Gottesdiensten einzuführen.

Bis zu diesem Sonntag hatten die Gemeinden laut landeskirchlichem Wahlkalender Zeit, den neuen Gemeindevorstand zu vereidigen. Natürlich habe es mancherorts Bedenken gegeben, sagt Rummel. Die Landeskirche habe daher verschiedene Vorschläge gemacht, wie die Kirchengemeinden ihr Leitungsgremium einführen können. Neben Gottesdiensten seien Einführungen in Gruppen, ohne Gemeindemitglieder oder sogar über das Internet möglich gewesen.

Die südpfälzische Gemeinde Annweiler hat sich für eine Einführung im Pfarrgarten entschieden. „Wir haben uns lange Gedanken gemacht, wie wir das hinkriegen“, sagt Pfarrer Martin Anefeld, der die vakante Annweilerer Pfarrstelle vom Landauer Vorort Nußdorf aus versorgt. Nach einer Umfrage unter den neuen Presbyterinnen und Presbytern sei schließlich die Entscheidung für die frische Luft gefallen.

In Annweiler hat im Anschluss auch gleich die konstituierende Sitzung des Presbyteriums mit den notwendigen Wahlen stattgefunden. Schließlich müssten bis zu bestimmten Fristen die Bezirks- und die Landessynodalen gewählt sein, damit sich auch diese Gremien konstituieren können, sagt Rummel. An den staatlichen Vorschriften scheitere dies nicht. Denn nach Paragraf drei der rheinland-pfälzischen Corona-Verordnung sind Versammlungen, „die für die Selbstorganisation oder Rechtssetzung erforderlich sind, unter Beachtung der allgemeinen Schutzmaßnahmen, insbesondere des Abstandsgebots, zulässig“.

Seit dem 11. Januar sind auch die Katholiken im Bistum Speyer wieder zu ähnlichen Gottesdienstregelungen wie die Landeskirche zurückgekehrt. Nachdem die ganz hohen Inzidenzwerte aus den Tagen vor Weihnachten etwas gesunken seien, sehe die Bistumsleitung wieder Möglichkeiten, öffentlich Gottesdienst zu feiern, sagte Generalvikar Andreas Sturm. Dies hatte die Bistumsleitung zwischen dem 27. Dezember und dem 10. Januar grundsätzlich verboten.

Da die augenblickliche Einschätzung der Pandemie immer noch sehr angespannt sei und sich in einigen Pfarreien wieder schnell verschärfen könne, „ist zudem ortsabhängig ein kurzfristiges Aussetzen von öffentlichen Gottesdiensten gegebenenfalls angeraten“, erklärte Sturm. Grundsätzlich könnten in der derzeitigen Situation weder haupt- noch ehrenamtlich Mitarbeitende dazu gedrängt werden, öffentlich Gottesdienst zu feiern. koc