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Evangelische Akademie zieht nach Kaiserslautern um

Grund ist die Neuaufstellung der gesamtkirchlichen Dienste in der Landeskirche – Sie sollen den Ortswechsel bis zum Jahr 2030 abschließen

Die Evangelische Akademie der Pfalz muss von ihrem bisherigen Standort Landau nach Kaiserslautern umziehen. Grund dafür sei die Neuaufstellung der gesamtkirchlichen Dienste der Evangelischen Kirche der Pfalz im Zuge von Sparmaßnahmen, heißt es in einem Brief der pfälzischen Kirchenpräsidentin Dorothee Wüst an die Leitungen der gesamtkirchlichen Dienste. Akademiedirektor Christoph Picker zeigte sich über den Beschluss des Landeskirchenrats zum geplanten Umzug seines Hauses im Verlauf der kommenden acht Jahre verärgert: „Landau ist eindeutig der richtige Standort“, sagte er.

Hintergrund des Beschlusses des Landeskirchenrats in Speyer ist demnach das Ziel, dass die Dienste mit ihren übergemeindlichen Angeboten bis zum Jahr 2030 jeweils 30 Prozent ihrer Ausgaben einsparen müssen. Deren Arbeit solle neu und zukunftsfähig aufgestellt werden, sagte der Bildungsdezernent, Oberkirchenrat Claus Müller. Deshalb sollen die Dienste an zwei Standorten mit jeweils einer Verwaltungseinheit zusammengefasst werden. Die Mehrheit der Dienste sei mit der Aufteilung einverstanden gewesen, sagte Müller. Zudem sollten diese weitergehende Kooperationskonzepte erarbeiten.

Im Kaiserslauterer Heinz-Wilhelmy-Haus sollen nach außen in die Gesellschaft wirkende Dienste ihren Platz finden: das Landesjugendpfarramt, die bisher in Speyer untergebrachte Arbeitsstelle Frieden und Umwelt sowie die Akademie. Auf dem Landauer Butenschoen-Campus der Landeskirche kommen indes die Einrichtungen mit Wirkung nach innen zusammen: Dort befinden sich bereits das Predigerseminar und das Institut für Fort- und Weiterbildung. Umziehen in Landau müssen der Missionarisch-Ökumenische Dienst (MÖD), wegziehen von Kaiserslautern muss das Pfarramt für Gottesdienste mit Kindern und Familien.

Akademiedirektor Picker äußerte sein Unverständnis über die Entscheidung der Kirchenleitung, die Akademie nun nach Kaiserslautern zu verlegen. „Der Standortwechsel schwächt die Akademiearbeit“, sagte Picker, der bezweifelt, dass der Umzug zu wirklichen Kosteneinsparungen führen werde. Mit der Entscheidung des Landeskirchenrats werde man sich nun „in irgendeiner Weise arrangieren“, sagte er.

Die Akademie habe vorab ihre Vorschläge in der künftigen Standortfrage eingereicht. Für Landau sprächen auch nach Meinung des Kuratoriums der Akademie ein enges Netzwerk an Kooperationspartnern, wie die dortige Universität und Räumlichkeiten auf dem landeskirchlichen Bildungs-Campus. Zudem gebe es dort ein eingespieltes Team von Verwaltungskräften, die möglicherweise einen weiteren Umzug nicht mitmachten. Die Akademie war seit 2011 insgesamt fünfmal umgezogen. Aufgrund von Schimmelbefall im Neubau auf dem Landauer Campus war sie seit knapp zwei Jahren übergangsweise in Speyer untergebracht.

Pfarrerin Mechthild Werner verteidigte als Sprecherin des landeskirchlichen Medienreferats die Entscheidung der Kirchenspitze für die Zusammenfassung der gesamtkirchlichen Dienste an je einem Standort in der Süd- und der Westpfalz. Dies sei für die Betroffenen schmerzlich, wegen des Spardrucks aber unvermeidlich. Für die Ortswechsel blieben den Diensten gut acht Jahre Zeit. Mit Blick auf die Akademie merkte Werner an, nicht nur in Landau, sondern auch in Kaiserslautern sei eine gute Akademiearbeit möglich durch die Nähe zu einer Universität und im reichen kulturellen Umfeld der Stadt.

Bereits vor etwa drei Jahren hatte eine Arbeitsgemeinschaft der übergemeindlichen Dienste der Landeskirche einen moderierten Austausch- und Beratungsprozess gestartet. Die Dienste kamen überein, im Bereich der Organisation und Verwaltung enger zusammenzuarbeiten und sich auch inhaltlich stärker zu vernetzen. Der Landeskirchenrat nahm die Ergebnisse des Prozesses auf und beschloss daraufhin deren räumliche Zusammenlegung an zwei Standorten. epd

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Das Heinz-Wilhelmy-Haus in der Unionstraße in Kaiserslautern: Bisher sind dort die Evangelische Arbeitsstelle Bildung und Gesellschaft und das Pfarramt für Gottesdienste mit Familien und Kindern untergebracht. Foto: view
Das Heinz-Wilhelmy-Haus in der Unionstraße in Kaiserslautern: Bisher sind dort die Evangelische Arbeitsstelle Bildung und Gesellschaft und das Pfarramt für Gottesdienste mit Familien und Kindern untergebracht. Foto: view

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