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Erwachsenenbildung auf hohem Niveau

Paul Metzger will als neuer Vorsitzender den Landesverband des Evangelischen Bunds wiederbeleben

Paul Metzger ist neuer Vorsitzender des Evangelischen Bunds Pfalz. Der Vorstand habe den 48-jährigen Pfarrer aus Ludwigshafen-Pfingstweide auf einer Sitzung am vergangenen Wochenende gewählt, teilte der Evangelische Bund mit. Der bisherige Vorsitzende, der Speyerer Pfarrer Martin Schuck, sei unmittelbar zuvor von seinem Amt zurückgetreten. Er hatte den Landesverband seit März 2000 geführt.

Er werde nun versuchen, den Landesverband des Evangelischen Bunds wiederzubeleben und neu zu strukturieren, sagte Metzger im Gespräch mit dem KIRCHENBOTEN. Nach seinen Vorstellungen solle der Evangelische Bund ein Ort für theologische Erwachsenenbildung auf hohem Niveau werden. Dafür plane er zwei Studientage pro Jahr. Zudem solle der Verband ein Freundeskreis für die von Metzger 2018 gegründete „Laien-Universität Theologie Pfalz“ werden. Nach Metzgers Worten haben bisher etwa 40 Leute an der Laien-Universität teilgenommen. Die Teilnehmer absolvieren an 25 Studientagen ein auf die wesentlichen Inhalte konzentriertes Studium. Ein Dozententeam unterrichtet die klassischen Fächer der Theologie: Altes und Neues Testament, Kirchengeschichte und Systematische Theologie. Die Teilnehmenden sollen dabei eine hohe Sprachkompetenz in Glaubensangelegenheiten erwerben.

Er hoffe, dass Absolventen und Teilnehmer der Laien-Universität als neue Mitglieder den Grundstock für die Neuausrichtung des Evangelischen Bunds Pfalz bildeten. Für kommendes Frühjahr sei eine Mitgliederversammlung geplant, auf der der Vorstand neu gewählt werden solle, sagte Metzger, der im November als einziger Bewerber für die Nachfolge der scheidenden Ludwigshafener Dekanin Barbara Kohlstruck kandidiert.

Der Evangelische Bund wurde 1886 in Erfurt als protestantische Laienorganisation gegründet. Er vertrat protestantische Interessen in den konfessionellen Auseinandersetzungen im Kaiserreich und hatte eine stramme antikatholische und deutsch-nationale Ausrichtung. Zeitweise hatte er vor dem Ersten Weltkrieg mehr als 500 000 Mitglieder.

Nach dem Zweiten Weltkrieg änderte sich die Ausrichtung des Vereins. Ziel waren die Überwindung des innerprotestantischen Konfessionalismus und die Versöhnung der christlichen Konfessionen. Aus diesem Grund wurde 1947 in Bensheim das „Konfessionskundliche Institut“ gegründet, dessen Träger der Evangelische Bund bis heute ist. Seit März 2021 ist der frühere Kirchenpräsident Christian Schad Präsident des Evangelischen Bunds. koc

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Plant die Verzahnung des Evangelischen Bunds mit der Laien-Universität Pfalz: Pfarrer Paul Metzger (rechts). Foto: Iversen
Plant die Verzahnung des Evangelischen Bunds mit der Laien-Universität Pfalz: Pfarrer Paul Metzger (rechts). Foto: Iversen

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Bemerkungen :

  • user
    Dr. Walter Fleischmann-Bisten 07/10/2021 um 17:11
    Mit großer Freude lese ich diese wichtige Entscheidung für die Arbeit des Ev. Bundes in der Pfalz. Als Leiter des Konfessionskundlichen Instituts und Generalsekretär des Evangelischen Bundes habe von 2009 bis 2015 Paul Metzgers vielseitige Kompetenzen kennengelernt. Er ist nicht nur wissenschaftlich ausgewiesen, sondern auch didaktisch geschickt. Er kann auch schwierige Themen der Theologie verständlich erklären. Dass nun die anerkannte Arbeit der Pfälzer Laien-Universität mit den Aufgaben des Ev. Bundes kooperieren kann ist hoffnungsvoll. Für die seit Jahrzehnten erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen der pfälzischen Landeskirche und "Bensheim" sind damit die Weichen in die richtige Richtung gestellt.

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