Nachrichten

Dorothee Wüst: Die Zukunft der Kirche beginnt im Hier und Jetzt

Kirchenpräsidentin eröffnet die konstituierende Sitzung der 13. pfälzischen Landessynode – Hermann Lorenz erneut zum Präsidenten gewählt

Die Mitglieder der 13. Landessynode haben bei ihrer ersten Tagung ein neues Präsidium gewählt. Mit 25 von 49 Stimmen setzte sich Hermann Lorenz als Synodalpräsident im zweiten Wahlgang gegen Hartmann Leube (24 Stimmen) durch. Damit setzt der bisherige Synodalpräsident sein Amt fort. Lorenz arbeitete als Rechtsanwalt, ist 73 Jahre alt und wohnt in Kaiserslautern. Auch der bisherige Synodalvizepräsident Joachim Schäfer wurde wiedergewählt. Der Ministerialrat a.D. ist 65 Jahre alt und lebt in Carlsberg.

Zur zweiten Vizepräsidentin der Synode wählten die Synodalen Christine Schöps. Sie ist 59 Jahre alt und als Pfarrerin am Hetzelstift in Neustadt tätig. Beisitzerinnen der neuen Amtszeit wurden die bisherige Beisitzerin Daniela Freyer und – neu gewählt – Evelin Urban. Freyer ist Lehrerin, 48 Jahre alt und wohnt in Homburg an der Saar. Urban ist Verwaltungsbeamtin, 56 Jahre alt und lebt in Friedelsheim.
Als Jugendsynodale wurden Fabian Jungbär und Anna-Lea Friedewald berufen. Beide engagieren sich in der Evangelischen Landesjugendvertretung, Friedewald ist Vorsitzende des Gremiums. Jungbär ist 23 Jahre alt, Sozialpädagoge und lebt in St. Ingbert. Friedewald ist 26 Jahre alt, studiert Europäische Politikwissenschaften und lebt im Dekanat Bad Dürkheim. Mit den beiden Berufungen ergibt sich eine Gesamtzahl von 52 stimmberechtigten Synodalen.

Dann wurden elf Vertreterinnen und Vertreter der Synodalen in die Kirchenregierung gewählt. Als geistliche Vertreter wurden Thomas Holtmann (47), Dekan im Kirchenbezirk Homburg, Matthias Schwarz (56), Dekan im Kirchenbezirk „An Alsenz und Lauter“, Lars Stetzenbach (42), Dekan im Kirchenbezirk Kusel, sowie Dietmar Zoller (55), Dekan im Kirchenbezirk Bad Bergzabern, gewählt. Als weltliche Synodale wurden in die Kirchenregierung gewählt: Hartmann Leube (60) aus Ludwigshafen, Olaf Wiesel (65) aus Altrip, Anna-Lea Friedewald (26) aus Bad Dürkheim, Natalie Dernberger (35) aus Neustadt, Ute Altvater-Riedl (61) aus Kaiserslautern, Frank Armbruster (55) aus Neustadt sowie Constanze Bruhn (56) aus Ludwigshafen.

Kirchenpräsidentin Dorothee Wüst hatte die Protestantinnen und Protestanten in der Pfalz und Saarpfalz zuvor dazu aufgerufen, mutig die Zukunft der Kirche zu gestalten. Die Kirche als Gemeinschaft der Gläubigen werde trotz ihrer Probleme auch in Zukunft gebraucht, sagte Wüst zum Auftakt der Synode. Gerade in schwierigen Zeiten zeige sich, wie tragfähig diese Gemeinschaft, dieses „Bündnis fürs Leben“, sei.

Die Zukunft der Kirche beginne nicht irgendwann, sondern im Hier und Jetzt, sagte Wüst in ihrer Eröffnungsrede. Gemeinsam mit der neu gewählten Synode wolle sie den Prozess von Wandel und Veränderung gestalten. Für die Zukunft der Kirche sei es nicht nur zentral wichtig, mehr junge Menschen für das Mitmachen zu gewinnen, sagte die Kirchenpräsidentin. Sie müsse vielmehr „eine Kirche für alle Generationen“ sein und Menschen jeden Alters miteinander ins Gespräch bringen.

Als „größte der kleinen Landeskirchen“ wolle die „Evangelische Kirche der Pfalz (Protestantische Landeskirche)“ ihren Weg zunächst eigenständig weitergehen und strebe keine Fusion mit benachbarten Landeskirchen an, sagte Wüst. Bestehende Kooperationen und Vernetzungen würden ausgebaut, um Synergien und auch Einsparungspotenziale zu nutzen. Auch die ökumenische Zusammenarbeit mit dem Bistum Speyer solle weiter vertieft werden.
Die dreitägige Landessynode fand digital per Videokonferenz statt und wurde öffentlich über den landeskirchlichen Youtube-Kanal übertragen. Kirchenpräsidentin Wüst hatte die Tagung mit einem virtuellen Abendmahlsgottesdienst in der Speyerer Gedächtniskirche der Protestation eröffnet. LK/epd/KB