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Dokumentation über Coming-Out ausgezeichnet

Katholischer Medienpreis für ARD-Beitrag „Wie Gott uns schuf“ – Marx würdigt kritischen Journalismus

Die ARD-Fernsehdokumentation „Wie Gott uns schuf“ über das Coming-Out von hundert Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der katholischen Kirche hat den Katholischen Medienpreis erhalten. Der Münchener Kardinal Reinhard Marx überreichte den mit 5000 Euro dotierten Hauptpreis an das Autoren-Team Hajo Seppelt, Katharina Kühn, Marc Rosenthal und Peter Wozny für den von rbb, SWR und NDR beauftragten Beitrag. Die Journalistin und Moderatorin Anne Will nannte den Film in ihrer Laudatio eine „kollektive Erleichterung“ und einen „monumentalen Befreiungsschlag“.

Die Kirche sei in der Verantwortung, „einen wirklich aufklärenden und kritisch-konstruktiven Journalismus zu stärken“, betonte Marx in seinem Grußwort. „Medien schaffen Diskursräume, die die Menschen zusammenführen, sie kritisieren und offenbaren Fehlentwicklungen und Missstände, natürlich auch in der Kirche.“ Funktionierende Medien seien „eine Säule unserer Gesellschaft, die dauerhaften Schieflagen entgegenwirken kann“, erklärte der Vorsitzende der Publizistischen Kommission der Deutschen Bischofskonferenz. Er würdigte auch die anderen Preisträgerinnen und Preisträger, die in ihren Beiträgen „berührende und gesellschaftlich relevante Geschichten“ erzählten.

Die mit 2500 Euro dotierte Auszeichnung in der Kategorie Radio ging an Britta Rotsch für die Sendung „Der rosa Elefant im Klassenraum“ über Machtmissbrauch in der Schule, die von Deutschlandfunk Kultur ausgestrahlt wurde. In seiner Laudatio lobte Stefan Leifert, Leiter des ZDF-Studios München, die Preisträgerin für die Umsetzung ihrer Ich-Geschichte, „eines der heikelsten journalistischen Genres“.

Für seinen in der Wochenzeitung „Die Zeit“ erschienenen Artikel „Mein Zuhause ist Deutschland, trotz allem“ über ein jüdisches Altenheim in Frankfurt am Main erhielt Tobias Scharnagl den mit 2500 Euro dotierten Preis in der Kategorie Print. Der Autor lasse die in der Einrichtung lebenden und arbeitenden Menschen „gänzlich ohne Vereinnahmungsversuche“ selbst zu Wort kommen, sagte der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, in seiner Laudatio.

Mit dem undotierten Sonderpreis der Jury wurde Anja Krug-Metzinger für den Arte-Beitrag „Menschenaffen – Eine Geschichte von Gefühl und Geist“ geehrt. In dem Beitrag gehe die Filmemacherin „der Frage nach, wie sich im Laufe der Evolution Emotionen, moralisches Verhalten und Geist entwickelt haben“, sagte Michaela Pilters, Jurymitglied und Laudatorin.

Der Katholische Medienpreis wird seit 2003 jährlich von der Deutschen Bischofskonferenz zusammen mit der Gesellschaft Katholischer Publizisten und dem Katholischen Medienverband vergeben. Ausgezeichnet werden den Angaben zufolge Beiträge, die die „Orientierung an christlichen Werten sowie das Verständnis für Menschen und gesellschaftliche Zusammenhänge fördern, das humanitäre und soziale Verantwortungsbewusstsein stärken und zum Zusammenleben unterschiedlicher Gemeinschaften, Religionen, Kulturen und Einzelpersonen beitragen“. In diesem Jahr wurden den Angaben zufolge 173 Beiträge eingereicht und von einer Fachjury gesichtet. epd

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Monumentaler Befreiungsschlag: 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der katholischen Kirche outen sich. Foto: rbb/EyeOpeningMedia
Monumentaler Befreiungsschlag: 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der katholischen Kirche outen sich. Foto: rbb/EyeOpeningMedia

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