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|   Leitartikel

Die große Chance des guten Arguments

von Klaus Koch

Die aktuellen Verhandlungen über eine neue Bundesregierung sind eine große Chance für das deutsche Gemeinwesen. Und das ist unabhängig davon, ob es eine Koalition aus SPD, Grünen und FDP oder aus CDU/CSU, FDP und Grünen wird. Der Charme einer Ampel- oder einer Jamaika-Koalition wäre, dass jeweils zwei Parteien, die sich inhaltlich nahestehen, und eine dritte, die deutlich andere Vorstellungen hat, zusammenarbeiten.

Ein solches Bündnis könnte beweisen, dass ein Land aus seiner politischen Mitte heraus reformiert und modernisiert werden kann. Zu tun gibt es viel: Klimaschutz, Digitalisierung, Einwanderung, Bürokratieabbau, bessere Bildung, soziale und Steuergerechtigkeit sind nur einige Beispiele. Wenn es drei Partnern gemeinsam gelänge, gut begründete und Erfolg versprechende Lösungen anzubieten, könnte das die Gesellschaft von Grund auf stärken. Wenn es drei unterschiedlichen Parteien gelänge, ihre gegensätzlichen Standpunkte zu überwinden, hätte das Vorbildfunktion für die ganze Gesellschaft.

Gewiss, Hass und Verschwörungsmythen verschwänden damit nicht. Aber denjenigen, die Corona oder den Klimawandel leugnen, die von Weltverschwörungen oder Plänen zum Bevölkerungsaustausch raunen, würde eine attraktive Erzählung entgegengesetzt; eine Erzählung von der Kraft des guten Arguments, der zielorientierten Debatte und des Respekts vor Andersdenkenden. Die abstrusen Ideen und absurden Behauptungen der Demokratieverächter, Rassisten, Populisten und selbst ernannten Querdenker verlören an Attraktivität. Sie wären noch da, aber sie wären nur marginalisierte Zuschauer bei dem großen Projekt, allen, die in diesem Land leben, ein besseres Leben und eine gute Zukunft zu ermöglichen.

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