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Der Davidstern als Symbol des Judentums

Hexagramm ursprünglich ein universales religiöses Zeichen - Aber auch häufig an Brauereien zu sehen

Der Davidstern wird heute allgemein mit dem Judentum assoziiert. Dabei ist er ursprünglich kein jüdisches Symbol. Der sechszackige Stern aus zwei gleichseitigen ineinander verwobenen Dreiecken heißt auf hebräisch „Magen David“, was soviel wie „Schild Davids“ bedeutet.

Der deutsche Rockmusiker Gil Ofarim ist nach eigenen Angaben Opfer eines antisemitischen Übergriffs geworden, als er offen eine Kette mit einem Davidstern trug, während er versuchte in Leipzig in ein Hotel einzuchecken. Ofarim teilte später auf Instagram mit, Mitarbeiter des Westin Hotels hätten ihn aufgefordert, den Stern abzulegen, sonst könne er nicht einchecken. Das Hotel will den Vorfall nun aufklären und suspendierte die Mitarbeiter.

Das Hexagramm galt ursprünglich als universales religiöses Zeichen. Es ist aber auch unter Freimaurern, Alchimisten und Braumeistern ein gängiges Symbol. Der Braustern ist beispielsweise häufig an Brauereien ohne jegliche religiöse Bedeutung zu sehen.

Das Symbol findet sich vereinzelt schon in der Antike an Synagogen, etwa an der Synagoge von Kapernaum am See Genezareth. Zudem taucht er auf religiösen Gegenständen der Spätantike auf. Doch erst im Mittelalter setzte sich das Zeichen zunehmend auch in europäischen jüdischen Gemeinden durch und wurde neben dem siebenarmigen Leuchter, der Menora, zum gängigen Symbol des Judentums.

Auch die jüdische Nationalbewegung entdeckte den Davidstern für sich. So gilt er seit dem 19. Jahrhundert auch als Merkmal der Zionisten, die das Ziel verfolgten, einen jüdischen Staat zu gründen. Seit der Staatsgründung Israels 1948 ziert der Stern die israelische Flagge. Als Anhänger von Halsketten ist er ebenso beliebt.

Die Nationalsozialisten missbrauchten das Symbol als Stigma. Während des Nationalsozialismus waren Jüdinnen und Juden seit 1940 gezwungen, einen gelben Stofffetzen mit dem Davidstern und der Aufschrift Jude zu tragen. Damit wurden sie nach der nationalsozialistischen Rassenlehre als Angehörige der „feindlichen Rasse“ gekennzeichnet.

David ist nicht nur im Judentum, sondern auch im Christentum eine zentrale Gestalt. Sein Name bedeutet so viel wie „Liebling“ oder „Geliebter“. Er gilt als idealer Herrscher. David schuf als König ein israelitisches Großreich und machte Jerusalem zum religiösen Zentrum der Juden. Besonders bekannt ist die Erzählung aus dem Alten Testament, wie David den Riesen Goliath mithilfe einer Steinschleuder besiegt. David ist nach biblischer Überlieferung zudem Musiker und Poet.

Jesus Christus, den die Christen als Messias verehren, stammt nach der Bibel von David und seinen Nachfahren ab. Er trägt den Titel Davidssohn. epd

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Button der Kampagne "Zusammen gegen Antisemitismus": Die Nationalsozialisten missbrauchten den Stern als Stigma. Foto: epd
Button der Kampagne "Zusammen gegen Antisemitismus": Die Nationalsozialisten missbrauchten den Stern als Stigma. Foto: epd

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