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Bitte einmal Mars und zurück

von Florian Riesterer

Weltraumtourist sein. Was vor einigen Jahren noch als spinnerte Träumerei galt, rückt durch die erfolgreichen Weltraumflüge von Richard Branson und Jeff Bezos in greifbare Nähe. In wenigen Jahren wollen die beiden Unternehmen Virgin Galactic und Blue Origin regelmäßig zahlungskräftiges Klientel in den Orbit fliegen. Bei Virgin Galactic allein sind nach eigenen Angaben bereits mehr als 600 Tickets zum Preis von je 210.000 Euro reserviert.

Zwar ist das immer noch deutlich teurer als die luxuriöseste mehrmonatige Weltumrundung auf einem Kreuzfahrtschiff. Im Wettbewerb um die Weltraumtouristen, bei denen auch noch Elon Musks Space X mitmischt, wird der Preis aber zwangsweise sinken. Und eines nicht mehr ganz so fernen Tages wird die altbekannte Frage aller Reisen auch aus der Familienkabine des Economy-Raumkreuzers Richtung Mond oder Mars hallen: „Mami, wann sind wir endlich da?“

Fasziniert sind die Rückkehrer aus dem Kosmos von der Schwerelosigkeit – und dem Blick auf den Heimatplaneten. Klar: Für einige Minuten schwerelos sein, gelingt mit dem Sprung vom Dreimeterbrett im Schwimmbad kostengünstiger und deutlich ressourcenschonender als der Fall durchs All. Allerdings können nur die Weltraumtouristen – so frohlockt der eine oder andere Umweltschützer vielleicht insgeheim – die Erde als zerbrechliches Ganzes wahrnehmen, das es zu schützen gilt: Der Tourist im All als künftiger Retter von Wäldern oder Ozeanen auf der Erde. Reisen bildet. Schließlich ist es im All doch recht wüst und leer.

Obwohl – so ganz gilt das ja nicht mehr. Schließlich erlebt die Menschheit nicht nur, wie das All endgültig die Aura des Unnahbaren verliert, immer mehr Nationen ins All aufbrechen. Auch der Müllberg jenseits des Himmels wächst. Vielleicht ist es kein Zufall, dass die europäische Weltraumorganisation ab 2025 ein eigenes Projekt zur Beseitigung von Weltraumschrott starten will. Es wird voller dort oben.

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Die Erdkrümmung sehen: Weltraumtourismus macht es möglich. Foto: pixabay
Die Erdkrümmung sehen: Weltraumtourismus macht es möglich. Foto: pixabay

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